{"id":901,"date":"2014-01-12T16:23:05","date_gmt":"2014-01-12T16:23:05","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/villancicos-y-danzas-criollas\/"},"modified":"2014-01-12T16:23:05","modified_gmt":"2014-01-12T16:23:05","slug":"villancicos-y-danzas-criollas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/villancicos-y-danzas-criollas\/","title":{"rendered":"Villancicos y Danzas Criollas"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/savall070304.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>16.03.2004 &#8212; Jahrhundertelang war die Kultur der iberischen Halbinsel unterschiedlichsten Einfl\u00fcssen offen, keltischen, r\u00f6mischen, westgotischen, hebr\u00e4ischen, muslimischen. Die Epoche der Maurenherrschaft in Spanien (711 bis 1492) erm\u00f6glichte eine ethnisch gemischte, vielsprachige und multikulturelle Gesellschaft. Die mannigfachen kulturellen Identit\u00e4ten bildeten ein komplexes Mosaik, beeinflussten sich gegenseitig, ohne in einem einheitlichen Stil aufzugehen, obwohl es auch hier und dort, etwa in der mozarabischen Kunst, zu fruchtbaren Verbindungen kam. <\/p>\n<p> In jenen fast acht Jahrhunderten konnten sich auf der Halbinsel jenseits der Pyren\u00e4en nicht, wie im Mittelalter in den meisten L\u00e4ndern Europas, h\u00f6fische Eliten bilden, die sich auch kulturell vom einfachen Volk absetzten und zur Trennung der ritterlichen von den b\u00e4uerlichen Kulturpraktiken beitrugen, den Boden legten f\u00fcr die Separation von hoher und niederer, elit\u00e4rer und volkst\u00fcmlicher Kunst. Auf der iberischen Halbinsel unterblieb (damals, wohlverstanden) diese Trennung weitgehend; in der Musik f\u00fchrte dies zur Ausbildung eines unverwechselbaren Nationalstils. <\/p>\n<p> Dieses (in Anbetracht der politischen und religi\u00f6sen Intoleranz und Gewaltt\u00e4tigkeit des staatlichen Machtapparats erstaunliche) Verst\u00e4ndnis auf dem Gebiet der Musik pr\u00e4gte zudem den Umgang spanischer Musiker mit dem Erbe, das sie in den eroberten Gebieten Amerikas vorfanden. Sie respektierten die Musikstile der V\u00f6lker in der Neuen Welt, wohl nicht zuletzt mit der Absicht, die fl\u00e4chendeckende Ausbreitung des Christentums mit Ges\u00e4ngen im Kleid bekannter Melodien, begleitet von popul\u00e4ren Instrumenten, voranzutreiben. Und umgekehrt machten sich begabte einheimische Musiker bald daran, die fremde Musiksprache der Spanier zu imitieren und zu assimilieren. <\/p>\n<p> Das vorliegende Album geht den Spuren der Alten Welt in der Neuen Welt nach, der Vermischung der Stile, bringt ein kaum bekanntes Kapitel spanischer und lateinamerikanischer Musikgeschichte in sechzehn S\u00e4tzen zum Erklingen. Aus Anthologien hat der katalanische Gambist Jordi Savall die Werke ausgew\u00e4hlt und eingerichtet und sie mit den S\u00e4ngerinnen und S\u00e4ngern von La Capella Reial de Catalunya und dem Instrumentalensemble Hesp\u00e8rion XXI aufgenommen. <\/p>\n<p> Volkst\u00fcmliche und gelehrte Elemente, Einfl\u00fcsse aus der iberischen Halbinsel, aus Afrika, Asien und Amerika gehen in den geistlichen und weltlichen Liedern und den T\u00e4nzen Hand in Hand. In die altspanischen Texte schieben sich Refrains und Strophen in der Yorubasprache (lebendig geblieben bis auf den heutigen Tag in der afrokubanischen Musik), in der Indiosprache Ketschua, in Kreolisch, in Nahuatl, dem Idiom des Aztekenreichs. Fundierte Information und alle Liedtexte in sechs Sprachen h\u00e4lt das 100-seitige Booklet bereit.<\/p>\n<p> Lebendiger, lustvoller, abwechslungsreicher, atmosph\u00e4risch dichter sind diese aus der Improvisation sch\u00f6pfenden Morescas, Negrillas, Jotas, Guarachas, Rorros, Villancicos nicht zur Wirkung zu bringen, als es den beiden Ensembles unter Savalls Leitung gelingt: Sie richten ein Fest der Kl\u00e4nge, der Sinne, des Humors, der Lebensfreude aus \u2013 musikalisches Feuerwerk und emotionaler Jungbrunnen zugleich. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B0000E64U4\/codexflores-21\">Villancicos Y Danzas Criollas<\/a>. De la Iberia Antigua al Nuevo Mundo 1550\u20131750. La Capella Reial de Catalunya, Hesp\u00e8rion XXI. Leitung: Jordi Savall. (Alia Vox AV 9834; 77\u2019)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.03.2004 &#8212; Jahrhundertelang war die Kultur der iberischen Halbinsel unterschiedlichsten Einfl\u00fcssen offen, keltischen, r\u00f6mischen, westgotischen, hebr\u00e4ischen, muslimischen. 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