{"id":903,"date":"2014-01-12T16:24:07","date_gmt":"2014-01-12T16:24:07","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/antonin-dvoraks-tvrde-palice\/"},"modified":"2014-01-12T16:24:07","modified_gmt":"2014-01-12T16:24:07","slug":"antonin-dvoraks-tvrde-palice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/antonin-dvoraks-tvrde-palice\/","title":{"rendered":"Anton\u00edn Dvor\u00e1ks \u00abTvrd\u00e9 palice\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/dvorak240304.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>31.03.2004 &#8212; Opern hat er auch komponiert? Ja nat\u00fcrlich: \u00abRusalka\u00bb. Anton\u00edn Dvor\u00e1k \u2013 1904, vor genau hundert Jahren, starb er in Prag \u2013 schuf neun Sinfonien (fr\u00fcher ber\u00fccksichtigte man nur die f\u00fcnf letzten) und eine Vielzahl von Kammermusikwerken. Dass f\u00fcr den tschechischen Meister seit seinen Anf\u00e4ngen auch die Oper zu einer zentralen Gattung geh\u00f6rte, der er sich dann gegen Ende seines Lebens intensiv zugewandt hat, wird selten wahrgenommen. Denn nur mit dem lyrischen M\u00e4rchen \u00abRusalka\u00bb konnte sich Dvor\u00e1k international durchsetzen \u2013 vergessen sind die zehn weiteren Werke des Musiktheaters, darunter \u00abWanda\u00bb, \u00abDer Bauer ein Schelm\u00bb, \u00abDimitrij\u00bb, \u00abArmida\u00bb. Und die Komische Oper \u00abDie Dicksch\u00e4del\u00bb, \u00abTvrd\u00e9 palice\u00bb. Dieser Einakter aus dem Jahr 1874 ist nun erstmals eingespielt worden. <\/p>\n<p> Die Entstehung des heiteren Werks f\u00e4llt in den Beginn von Dvor\u00e1ks kompositorischer Neuorientierung in den Jahren 1873\/74. Nach weitgehend autodidaktisch erfolgter Ausbildung im Metier des Tonsetzers hielt er sich an die Wiener Klassiker, an Mendelssohn, dann an Schumann und Wagner. Der Abbruch der Probenarbeit an der Erstfassung seiner Oper \u00abDer K\u00f6nig und der K\u00f6hler\u00bb in Prag war f\u00fcr den gut 30-j\u00e4hrigen Dvor\u00e1k einer der Ausl\u00f6ser, das bisher Erreichte kritisch zu sichten \u2013 viele Partituren vernichtete er. <\/p>\n<p> Nicht l\u00e4nger die Neudeutschen (Wagner, Liszt) standen ihm zu Gevatter, sondern wieder die klassischen Vorbilder. Zudem begann Dvor\u00e1k, die slawische Folklore zu studieren und mit wachsender Intensit\u00e4t in seiner Musik zu verarbeiten. Zeugnisse des k\u00fcnstlerischen Neuansatzes sind die Streichquartette op. 9, op. 12 und op. 16, die 4. Sinfonie op. 13 und der Operneinakter \u00abDie Dicksch\u00e4del\u00bb.<\/p>\n<p> Die Handlung \u2013 sie spielt in einem b\u00f6hmischen Dorf in den 1770-er Jahren \u2013 ist volksnah und gradlinig. Witwe R\u00edhov\u00e1 und Witwer V\u00e1vra sind sich einig: Ihre Tochter Lenka soll seinen Sohn Ton\u00edk heiraten. Doch die Jungen weigern sich starrsinnig. Deren Pate Rericha weckt durch eine List die Eifersucht der beiden Dicksch\u00e4del, die sich nach Irrungen und Wirrungen am Ende aus freien St\u00fccken ihre Liebe gestehen. <\/p>\n<p> Dem leichtf\u00fcssig-anekdotischen Einakter (das reimvolle tschechische Libretto stammt von Rechtsanwalt, Notar und Kom\u00f6dienautor Josef Stolba) hat Dvor\u00e1k eine ad\u00e4quat unbeschwerte, transparent und farbenreich instrumentierte Musik angepasst, die einnimmt durch formale Klarheit, dem Volkston nahen melodischen Reichtum, belebende Tempowechsel und rhythmische Pr\u00e4gnanz. <\/p>\n<p> Vergn\u00fcgen bereitet die vorliegende, klanglich gut ausbalancierte Ersteinspielung unter dem erfahrenen Jir\u00ed Belohl\u00e1vek. Die S\u00e4ngerinnen (Jana S\u00fdkorov\u00e1, Zdena Kloubov\u00e1) und S\u00e4nger (Roman Jan\u00e1l, Jaroslav Brezina, Gust\u00e1v Bel\u00e1cek), der ersten Garde der tschechischen und slowakischen Vokalisten zugeh\u00f6rend, der Philharmonische Chor Prag und die 1994 gegr\u00fcndete Prager Kammerphilharmonie bringen die Partitur mit Sinn f\u00fcr lyrische Stimmung wie f\u00fcr temperamentvolle Situationskomik zu erg\u00f6tzlicher Wirkung. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Anton\u00edn Dvor\u00e1k: \u00abTvrd\u00e9 palice\u00bb \/ \u00abThe Stubborn Lovers\u00bb. Komische Oper in 1 Akt. Libretto von Josef Stolba. Roman Jan\u00e1l, Jaroslav Brezina, Jana S\u00fdkorov\u00e1, Zdena Kloubov\u00e1, Gust\u00e1v Bel\u00e1cek. Prager Philharmonischer Chor. Prager Kammerphilharmonie. Leitung: Jir\u00ed Belohl\u00e1vek. (Supraphon SU 3765-2 631; 76\u2019. Ersteinspielung. Mit Booklet und Libretto in vier Sprachen)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.03.2004 &#8212; Opern hat er auch komponiert? Ja nat\u00fcrlich: \u00abRusalka\u00bb. 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