{"id":909,"date":"2014-01-12T16:26:58","date_gmt":"2014-01-12T16:26:58","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/franz-liszt-das-orgelwerk\/"},"modified":"2014-01-12T16:26:58","modified_gmt":"2014-01-12T16:26:58","slug":"franz-liszt-das-orgelwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/franz-liszt-das-orgelwerk\/","title":{"rendered":"Franz Liszt: Das Orgelwerk"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/liszt210504.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>24.05.2004 &#8212; Sie geh\u00f6ren zu den Paradest\u00fccken der Organistenzunft, zu den im Rahmen von Rezitals regelm\u00e4ssig wiederkehrenden Werken Franz Liszts: Fantasie und Fuge \u00fcber den Choral \u00abAd nos, ad salutarem undam\u00bb aus Meyerbeers Oper \u00abDer Prophet\u00bb, Pr\u00e4ludium und Fuge \u00fcber B-A-C-H und \u00abWeinen, Klagen, Sorgen, Zagen\u00bb, die Variationen \u00fcber den Basso continuo des 1. Satzes der Bach-Kantate Nr.12. Liszts Orgelschaffen umfasst allerdings noch viele Werke mehr; erstaunlich immerhin, dass das gesamte \u0152uvre neun Notenb\u00e4nde und, hier, f\u00fcnf CDs beansprucht. <\/p>\n<p> Der 1964 geborene Franzose Olivier Vernet \u2013 er erwarb sich mit Gesamteinspielungen unter anderem der Orgelwerke von Buxtehude und Bach sowie franz\u00f6sischer Barockmeister Meriten und Preise \u2013 hat (bis auf wenige kleinere Arbeiten) s\u00e4mtliche Orgelwerke Liszts eingespielt, die meisten an der Orgel der Stiftskirche von Saint-Thi\u00e9bault in Thann (Elsass), vier, darunter die drei eingangs genannten, an der Orgel der Kirche Saint-Fran\u00e7ois in Lausanne (Schweiz). <\/p>\n<p> An den beiden renovierten viermanualigen historischen Instrumenten \u2013 die Orgel von Thann geht aufs Jahr 1888 zur\u00fcck, jene von Lausanne auf 1866 \u2013 beweist Olivier Vernet sein umfassendes K\u00f6nnen in den virtuosen Konzertst\u00fccken wie in den Meditationen: Er sorgt f\u00fcr strukturelle Klarheit, z\u00fcgige Tempi, farbenreich leuchtende Registrierung und improvisatorische Beredtheit, trumpft auf mit Pathos und gewaltigen Klangsteigerungen, wahrt aber stets emotionale Noblesse, was besonders die schw\u00e4rmerischen liturgischen St\u00fccke vor allzu dichten Weihrauchschwaden bewahrt. <\/p>\n<p> In Liszts kontrastvollem Orgelschaffen aus fast vier Jahrzehnten spiegelt sich, wie in jenem f\u00fcr Klavier, viel Biografisches. Dieses Element betont das vorliegende Album dadurch, dass es die Werke in chronologischer Folge angeordnet hat von der fr\u00fchesten Komposition aus dem Jahr 1849 bis zur letzten aus dem Todesjahr 1886, von den Jahren in Weimar (1848\u20131861), in Rom (\u20131869) bis zur letzten Schaffensphase mit wechselnden Stationen (Weimar, Rom, Budapest). Einfl\u00fcsse des privaten Lebens auf das k\u00fcnstlerische Schaffen und die Themenwahl sind ebenso evident (Tod des Sohnes Daniel und der Tochter Blandine, Unm\u00f6glichkeit der Heirat mit Prinzessin Carolyne von Sayn-Wittgenstein, Eintritt in den Dritten Orden). Deutlich werden zudem die Spannweite vom Stile antico der Renaissance bis zum irisierenden romantischen Klangem\u00e4lde und die inspirierte Art der Stilsynthese. <\/p>\n<p> Auffallend, wie h\u00e4ufig \u2013 und zunehmend gegen Ende seines Lebens \u2013 Liszt fr\u00fchere Werke f\u00fcr Chor, Orchester oder Klavier(e) f\u00fcr die Orgel adaptierte, die f\u00fcr ihn einerseits brillantes Konzert-, andrerseits dienendes Kircheninstrument war. Wie trefflich er auch Kompositionen anderer in seine musikalische Sprache und Ausdruckswelt verwandelte, ist h\u00f6rbar in den Bearbeitungen von Lasso, Bach, Mozart, Chopin, Wagner, Cornelius und Verdi. <\/p>\n<p> Einen vergleichbaren Entwicklungsweg wie in den sp\u00e4ten Klavierwerken \u2013 Bevorzugung gem\u00e4ssigter Tempi, karge Satztechnik, Versenkung in die Meditation \u2013 beschritt Abb\u00e9 Liszt auch in seiner Orgelmusik. Allerdings bleibt sie auf religi\u00f6se Inhalte fixiert, diese fromme, der Welt abgewandte, letztlich wohl resignative Klangwelt. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Franz Liszt: L\u2019\u0152uvre pour orgue. Olivier Vernet an den Orgeln von Thann und von Lausanne. (Ligia Digital Lidi 0104131-03 \/ 5 CDs; 5h14\u2019. Booklet franz\u00f6sisch\/englisch)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.05.2004 &#8212; Sie geh\u00f6ren zu den Paradest\u00fccken der Organistenzunft, zu den im Rahmen von Rezitals regelm\u00e4ssig wiederkehrenden Werken Franz Liszts:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-909","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/909","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=909"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/909\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=909"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=909"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=909"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}