{"id":916,"date":"2014-01-12T16:31:10","date_gmt":"2014-01-12T16:31:10","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/klavierwerke-von-felix-blumenfeld\/"},"modified":"2014-01-12T16:31:10","modified_gmt":"2014-01-12T16:31:10","slug":"klavierwerke-von-felix-blumenfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/klavierwerke-von-felix-blumenfeld\/","title":{"rendered":"Klavierwerke von Felix Blumenfeld"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/blumenfeld230904.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>27.09.2004 &#8212; Als Person von enormer Kultur, Integrit\u00e4t und Offenheit, als einer der gr\u00f6ssten kreativen Geister wurde Felix Blumenfeld 1931 in Nachrufen gepriesen. Die Nachwelt vergisst rasch \u2013 heute sucht man seinen Namen in den meisten Musiklexika vergeblich. Wie manch anderen Pers\u00f6nlichkeiten ist es Blumenfeld immerhin beschieden, in den Biografien prominent gebliebener K\u00fcnstler Erw\u00e4hnung zu finden. Etwa bei Rimski-Korsakow, Heinrich Neuhaus, Wladimir Horowitz. <\/p>\n<p> Felix Michailowitsch Blumenfeld, 1863 in Kovalovka (Ukraine) in eine musikalische Familie mit polnischen Wurzeln geboren \u2013 auch seine beiden Br\u00fcder Stanislaus und Sigismund liessen sich zu Musikern ausbilden \u2013, studierte am Konservatorium in St. Petersburg Komposition bei Rimski-Korsakow und Klavier bei Alexander Stein. Mit 22 Jahren nahm er im Konservatorium seine Unterrichtst\u00e4tigkeit auf und wurde 1897 zum Professor bef\u00f6rdert. Von 1895 bis 1911 wirkte er zudem als Dirigent am Marinski-Theater. Unter seiner Leitung kam Wagners \u00abTristan und Isolde\u00bb erstmals in Russland zur Wiedergabe. Opern seines ehemaligen Kompositionslehrers brachte er zur Urauff\u00fchrung (\u00abSerwilia\u00bb, 1902, und \u00abDie Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch\u00bb, 1907), ebenfalls setzte er sich f\u00fcr Klavierkompositionen von Zeitgenossen und f\u00fcr sinfonische Werke Skrjabins ein. <\/p>\n<p> 1905 trat Blumenfeld aus Protest gegen die Absetzung Rimski-Korsakows nach der brutal zusammengeschossenen Demonstration gegen die Zarenherrschaft (\u00abBlutiger Sonntag\u00bb) von seinem Amt zur\u00fcck. Erst zwischen 1912 und 1918 lehrte der exzellente Pianist in der Nachfolge Anton Rubinsteins wieder am St. Petersburger Konservatorium. In seiner Freizeit entfaltete der adrette Mann rege T\u00e4tigkeit als Partyl\u00f6we und Frauenheld; er erkrankte an Syphilis, die sp\u00e4ter zu teilweisen L\u00e4hmungen f\u00fchrte. In den Jahren 1918 bis 1922 war er am Konservatorium in Kiew t\u00e4tig; Wladimir Horowitz geh\u00f6rte zur Schar seiner Meistersch\u00fcler. Blumenfeld, Mentor von Heinrich Neuhaus, dem Begr\u00fcnder der russischen Pianistenschule, unterrichtete ab 1922 bis zu seinem Tod 1931 am Moskauer Konservatorium. <\/p>\n<p> Mit einer Ausnahme hat sich im Konzertleben nichts erhalten von Felix Blumenfelds \u00fcber f\u00fcnfzig Opusnummern. Den Hauptharst machen die Klavierkompositionen aus, deren ber\u00fchmteste, die Et\u00fcde op. 36 f\u00fcr die linke Hand allein, hier und dort in Rezitals noch als effektsicheres Zugabest\u00fcck zu Ehren kommt. <\/p>\n<p> In seiner j\u00fcngsten Einspielung wartet der finnische Pianist Jouni Somero, Jahrgang 1963, ausgebildet in Lausanne und K\u00f6ln sowie beim Liszt-Spezialisten Gy\u00f6rgy Cziffra und bei Michael Ponti, mit lauter Ersteinspielungen \u2013 ausgenommen die Konzertet\u00fcde op. 24 \u2013 von Blumenfeld-Werken auf. Entstanden sind sie zwischen 1883 und 1927, dokumentieren den gef\u00fchlvollen, Chopin, Liszt und dem fr\u00fchen Skrjabin nahen, auf Experimentelles verzichtenden Romantiker, den gewieften Melodiker und den exzellenten Tastenvirtuosen. <\/p>\n<p> Jouni Somero verf\u00fcgt \u00fcber eine fulminante, im Anschlag reich diffenzierte Technik, \u00fcber Kraft, Eleganz und Sensibilit\u00e4t. Er umgeht die lauernden Fallstricke des Salonhaften, gewinnt den Charakterst\u00fccken, in denen er die Gegenstimmen zur Diskantmelodie und die rhythmischen Impulse spannungsvoll und in agogischer Freiheit herausarbeitet, Widerst\u00e4nde mit Ecken und Kanten ab, ohne ihre lyrische Qualit\u00e4t zu \u00fcberspielen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Felix Blumenfeld: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B0002IJ9ES\/codexflores-21\">Piano Works<\/a>. Etude de concert op. 24; Souvenir douloureux op. 2\/2; Deux Nocturnes op. 6; Suite polonaise op. 23; 10 Moments lyriques op. 27; Deux Morceaux op. 37; Danse op. 53\/1. Jouni Somero, Klavier. (FC-Records, Kuopio, Finnland, FCRDC-9706; 69\u2019)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.09.2004 &#8212; Als Person von enormer Kultur, Integrit\u00e4t und Offenheit, als einer der gr\u00f6ssten kreativen Geister wurde Felix Blumenfeld 1931&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-916","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/916","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=916"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/916\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=916"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=916"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=916"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}