{"id":927,"date":"2014-01-12T21:20:29","date_gmt":"2014-01-12T21:20:29","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/carl-nielsen-der-sinfoniker\/"},"modified":"2014-01-12T21:20:29","modified_gmt":"2014-01-12T21:20:29","slug":"carl-nielsen-der-sinfoniker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/carl-nielsen-der-sinfoniker\/","title":{"rendered":"Carl Nielsen, der Sinfoniker"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/nielsen300105.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>05.02.2005 &#8212; Er war ein Jahrg\u00e4nger von Sibelius, und die Stellung, die diesem f\u00fcr Finnlands Musik zukommt, nahm in D\u00e4nemark Carl Nielsen (1865\u20131931) ein. W\u00e4hrend das sinfonische Schaffen von Jean Sibelius im musikalischen Erbe verankert ist, f\u00fchren Nielsens sechs zwischen 1892 und 1925 entstandenen Sinfonien ein Aussenseiterdasein \u2013 respektiert, aber kaum je im Konzertsaal zur Diskussion gestellt. Die werkdienliche Gesamteinspielung durch das K\u00f6niglich-Philharmonische Orchester Stockholm unter seinem langj\u00e4hrigen Chefdirigenten Gennadi Roschdestwenski bietet willkommene Gelegenheit, sich mit dem sinfonischen Kosmos Carl Nielsens auseinanderzusetzen. <\/p>\n<p> Ein lohnendes Unterfangen, denn Nielsen, der nach seinen Kompositionsstudien (schwergewichtig beim Sinfoniker Niels W. Gade) w\u00e4hrend zwei Jahrzehnten am K\u00f6niglichen Theater in Kopenhagen als Violinist, von 1908 bis 1914 als Hofkapellmeister, ab 1916 als Professor am Konservatorium wirkte, erweist sich als experimentierfreudiger Geist, der die theoretischen wie die praktischen Aspekte seines Handwerks gr\u00fcndlich beherrscht. Im Musikforeningen, das er zwischen 1915 und 1927 leitete, f\u00fchrte er die Mehrzahl seiner grossen Werke auf. <\/p>\n<p> Spannend zu verfolgen, wie Nielsen (auch mit Kammermusik, Opern und umfangreichem Lieder-Schaffen errang er hohe Wertsch\u00e4tzung) sich anf\u00e4nglich an Vorbildern orientiert (am klassisch schl\u00fcssigen Formverlauf, an der romantischen kompakten Instrumentation mit ausgepr\u00e4gtem Bassfundament, an Brahms, Dvor\u00e1k, Svendsen), bereits in seinem Erstling den Themen und der Rhythmik pers\u00f6nliches Profil gibt, wie er in den Sinfonien 4 bis 6 \u2013 Spitzenleistungen der Gattung \u2013 mit starken Kontrasten arbeitet, mit aufgef\u00e4cherter, aufgesplitterter Instrumentation, aggressiven, obsessiven Klang- und Bewegungsfl\u00e4chen (Schlagzeug; Blechbl\u00e4ser), kantiger Melodik, herausfahrendem Duktus, wie er den Verlauf aus einem motivischen Kern oder rhythmischen Muster entwickelt, wie er kammermusikalische und sinfonische Idee verklammert, wie er Tonalit\u00e4t und Chromatik immer komplexer strukturiert und \u2013 in jedem Satz \u2013 mit Expressivit\u00e4t aufl\u00e4dt. <\/p>\n<p> Nicht eben hilfreich mutet es an, dass Nielsen vier seiner Sinfonien Beinamen samt entsprechenden inhaltlichen Erl\u00e4uterungen mitgegeben hat: der Zweiten \u00abDie vier Temperamente\u00bb, der Dritten \u00abSinfonia espansiva\u00bb \u2013 geschm\u00e4cklerisch wirkt in deren Andante pastorale der Einbezug einer zweistimmigen Vokalise \u2013, der Vierten \u00abDas Unausl\u00f6schliche\u00bb, der Sechsten, h\u00f6chst elaborierten und komplexen, \u00abSinfonia semplice\u00bb. Nielsens Sinfonien entfalten ihren Reiz, ihre Beredtheit, ihre Intensit\u00e4t, ihre Wucht fern von einengenden programmatischen Bezugsnetzen. Es sind Sch\u00f6pfungen eines eigenst\u00e4ndigen Meisters, die keiner aussermusikalischen Mittel bed\u00fcrfen, um ihre Originalit\u00e4t und \u00dcberzeugungskraft zur Geltung zu bringen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Carl Nielsen: Symphonies. Royal Stockholm Philharmonic Orchestra. Leitung: Gennady Rozhdestvensky. (Chandos Classics CHAN 10271\/3 X; 3 CDs)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.02.2005 &#8212; Er war ein Jahrg\u00e4nger von Sibelius, und die Stellung, die diesem f\u00fcr Finnlands Musik zukommt, nahm in D\u00e4nemark&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-927","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/927","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=927"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/927\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=927"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=927"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=927"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}