{"id":929,"date":"2014-01-12T21:21:37","date_gmt":"2014-01-12T21:21:37","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/gitarre-das-volle-programm\/"},"modified":"2014-01-12T21:21:37","modified_gmt":"2014-01-12T21:21:37","slug":"gitarre-das-volle-programm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/gitarre-das-volle-programm\/","title":{"rendered":"Gitarre &#8211; das volle Programm"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/050309gitarre.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>16.03.2005 &#8212; Es gab einmal eine Zeit, da hatten Gitarristen unter Musikern einen \u00e4hnlichen Ruf wie Softwareingenieure in gr\u00f6sseren Unternehmen: Sie galten als b\u00e4rtige Sonderlinge mit leicht autistischen Z\u00fcgen, einem Hang zur Humorlosigkeit und bloss einem Thema, \u00fcber das man sich mit ihnen unterhalten konnte. Das hat sich gr\u00fcndlich ge\u00e4ndert. Die Gitarristen klassischer Provenienz haben sich aus ihrer Isolation befreit und sich einem der ganz grossen Probleme gestellt, denen sich das Instrument gegen\u00fcbersieht: dem l\u00f6chrigen Repertoire. Aus Renaissance und Barock gibt es eine F\u00fclle an erstklassiger Musik f\u00fcr Zupfinstrumente. Es l\u00e4sst sich da mit verkraftbaren Einschr\u00e4nkungen Erstklassiges f\u00fcr Vihuela, Laute oder Theorbe adaptieren, angefangen bei den Werken von John Dowland, \u00fcber diejenigen von Leopold Weiss bis zu den Highlights von Johann Sebastian Bach. Dann aber wird es f\u00fcr rund 150 Jahre zappenduster: Trotz allen Bem\u00fchungen, Kleinmeistern wie Anton Diabelli, Mauro Giuliani, Fernando Sor, Luigi Legnani oder Napoleon Coste auf die Beine zu helfen, bleiben Klassik und Romantik dunkle Kapitel in der Gitarrenliteratur \u2013 erst recht, wenn man als Klampfenspieler zur Kenntnis nehmen muss, was andere zur Polyphonie f\u00e4hige Instrumente in diesen Epochen f\u00fcr Sachen auf den Resonanzk\u00f6rper geschneidert bekommen haben.<\/p>\n<p> Die Post geht f\u00fcr die Gitarristen erst wieder ab, wenn im Zuge von Ex- und Impressionismus das Nationale in der Musik f\u00fcr die Kunstmusik entdeckt wird. Da schwingen sich Komponisten wie Heitor Villa-Lobos in einsame H\u00f6hen und zahlreiche ernstzunehmende Tonsch\u00f6pfer schreiben eigens f\u00fcr das Instrument: de Falla, Rodrigo, Moreno-Torroba, aber auch Britten, Krenek oder Takemitsu und viele viele mehr steuern vieles bei, das gut und einiges, das sogar sehr gut ist. Die meisten neuen Werke sind dem unerm\u00fcdlichen Lobbying von Solisten wie Andres Segovia und Julian Bream verdanken, darunter auch die singul\u00e4re \u00abRoyal Winter Music\u00bb von Hans Werner Henze.<\/p>\n<p> Ein Lanze f\u00fcr das Instrument \u2013 in den Spielarten Klassik, Jazz, Blues und Worldmusic \u2013 bricht der in Osnabr\u00fcck beheimatete Verlag Acoustic Music Records, und dies auf hochprofessionelle und einfallsreiche Weise. Das Kleinlabel f\u00fchrt nicht nur vielversprechende Jungtalente aus aller Welt im Katalog, sondern gestandene Koryph\u00e4en wie Pierre Bensusan, Paulo Bellinati, Attila Zoller, Larry Coryell, Herb Ellis oder Ralph Towner und vertreibt daneben eine F\u00fclle an Notenmaterial und B\u00fcchern. Im Editorial zum j\u00fcngsten Katalog bekennt Peter Finger, einer der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer, dass es dem Unternehmen um mehr als bloss die kaufm\u00e4nnische Seite gehe und herausgebracht werde, was aus musikalischen Gr\u00fcnden der Ver\u00f6ffentlichung wert sei. Man glaubt es ihm.<\/p>\n<p> Zu den neueren Releases geh\u00f6rt ein Album des russischen Solisten Evgeni Finkelstein, der neben Werken von Weiss, Bach, Giuliani, Muffat und Koshkin auch eine Eigenkomposition eingespielt hat. Interessant ist die Aufnahme aber nicht zuletzt f\u00fcr Interpreten von Bach auf der Gitarre, pr\u00e4sentiert Finkelstein doch eine valable L\u00f6sung f\u00fcr das leidige Klangproblem, vor dem sich alle sehen, welche die Soloviolinsonate BWV 1003 f\u00fcr sich nutzbar machen wollen. Der Russe w\u00e4hlt anstelle der vor allem in langsamen Partien gezupft doch sehr d\u00fcnn wirkenden Violinfassung die Bearbeitung BWV 964, die Bach von dem Werk f\u00fcr Cembalo verfasst hat, und adaptiert sie f\u00fcr sein Instrument. Das Resultat ist durchaus \u00fcberzeugnd.<\/p>\n<p> Eine weitere Neuheit stellt das Album \u00abHommages\u00bb der Uruguayerin Adriana Balboa dar. Es vereint verschiedenste Tribute an Komponisten des 20. Jahrhunderts, die der Gitarre wichtige Impulse verliehen haben.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Acoustic Music<br \/> Postfach 1945<br \/> 49009 Osnabr\u00fcck<br \/> Tel. ++49 (0)5 41 71 00 20<br \/> Fax ++49 (0)5 41 70 86 67<br \/> www.acoustic-music.de<\/p>\n<p> <strong>Evgeni Finkelstein, Sonata:<\/strong> Weiss, Ouvert\u00fcre D-Dur; Bach: Sonate f\u00fcr Cembalo a-Moll BWV 964; Giuliani: Variationen; Muffat: Passacaglia in A-Dur; Koshkin: Hommage \u00e0 Segovia; Finkelstein: Der Schwarze Rabe (Ballade). Order-Nr. 319.1323.2, 15 Euro.<br \/> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B000620MSC\/codexflores-21\">Bei Amazon kaufen<\/a><\/p>\n<p> <strong>Adriana Balboa, Hommages: <\/strong> Iannarelli: Tribute to Keith Jarrett; Domeniconi: Hommage \u00e0 Jimi Hendrix; Brouwer: Hika (in Memoriam Toru Takemitsu); Zambrana: Carta a Egberto Gismonti, Carta a Astor; Pujol: Homenaje a Astor Piazzolla, Variaciones sobre un tema de Atahualpa Yupanqui; Tedesco: Omaggio a Paganini. Order-Nr. 319.1334.2, 15 Euro. <br \/> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B00076QG7S\/codexflores-21\">Bei Amazon kaufen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.03.2005 &#8212; Es gab einmal eine Zeit, da hatten Gitarristen unter Musikern einen \u00e4hnlichen Ruf wie Softwareingenieure in gr\u00f6sseren Unternehmen:&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-929","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/929","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=929"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/929\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=929"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}