{"id":951,"date":"2014-01-12T21:33:08","date_gmt":"2014-01-12T21:33:08","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/shalom-comrade\/"},"modified":"2014-01-12T21:33:08","modified_gmt":"2014-01-12T21:33:08","slug":"shalom-comrade","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/shalom-comrade\/","title":{"rendered":"\u00abShalom Comrade!\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/shalom60706.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>06.07.2006 &#8212; Brosamen vom einst \u00fcberreich gedeckten Tisch: Das Album \u00abShalom Comrade! Yiddish Music in the Soviet Union 1928\u20131961\u00bb erinnert mit raren historischen Einspielungen an die vielf\u00e4ltige lebendige Musikkultur der Juden in der UdSSR. <\/p>\n<p> Unterdr\u00fcckung und Verfolgung mussten auch die Juden in Russland periodisch erdulden. Der erste historisch verb\u00fcrgte Pogrom fand Anfang des 12. Jahrhunderts in Kiew statt; antisemitische Verordnungen, Agitationen und Ausschreitungen ziehen sich durch Russlands Geschichte. <\/p>\n<p> Nach der Oktoberrevolution von 1917 wurden zwar 140 antij\u00fcdische Gesetze aufgehoben, doch bis 1921 kamen in 1500 Pogromen \u00fcber 150\u2019000 Angeh\u00f6rige des mosaischen Glaubens ums Leben: Die Sowjets verfolgten weiterhin j\u00fcdische Exponenten, die sie antisowjetischer Umtriebe verd\u00e4chtigten und verboten die hebr\u00e4ische und zwangsassimilierten die jiddische Sprache. Dass mit den Menschen auch viele ihrer kulturellen Traditionen zu Schaden kamen und untergingen, braucht wohl kaum betont zu werden. <\/p>\n<p> Dem Kampf gegen den \u00abKosmopolitismus\u00bb fiel in der stalinistischen \u00c4ra in Wellen antij\u00fcdischer \u00abS\u00e4uberungen\u00bb (1948\u20131953) die intellektuelle Elite fast vollst\u00e4ndig zum Opfer. Eine weitere Phase der Repression traf die j\u00fcdische Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend dem post-stalinistischen Tauwetter von Mitte der F\u00fcnfzigerjahre bis 1967. (In den von den Deutschen besetzten Sowjetrepubliken kam eine Million Juden, Sinti und Roma ums Leben.) Im Jahrzehnt nach 1989 verliessen aufgrund zunehmender antisemitischer Pressionen und T\u00e4tlichkeiten \u00fcber 900&#8217;000 Juden Russland; ann\u00e4hernd 700&#8217;000 davon gingen nach Israel. <\/p>\n<p> Auch die jiddische Musik in der UdSSR war den obrigkeitlich kontrollierten Bedingungen unterworfen \u2013 es gab nur eine einzige staatliche Schallplattenfirma. So erstaunt es nicht, dass die Zahl der Aufnahmen im Vergleich zu den in Texten und Aussagen dokumentierten reichen Aktivit\u00e4ten der S\u00e4ngerinnen, S\u00e4nger, Ch\u00f6re, Instrumentalisten, Gruppen und Orchester in Opernh\u00e4usern, Konzerts\u00e4len und Kaschemmen, auf Volksfesten, Hochzeiten und Beerdigungen sehr begrenzt ist. <\/p>\n<p> Bis 1967 seien in der Sowjetunion nicht mehr als insgesamt 200 bis 300 St\u00fccke eingespielt worden, heisst es im Beiheft des vorliegenden Albums. \u00dcber 100 davon befinden sich in der Sammlung der britischen Musikethnologen Rita Ottens und Joel E. Rubin (Chemjo Vinaver Collection), 26 davon sind auf \u00abShalom Comrade!\u00bb ver\u00f6ffentlicht: Lieder (mit Klavier- oder Orchesterbegleitung), Ch\u00f6re, Operettenarien, Instrumentalst\u00fccke. <\/p>\n<p> Die Anthologie macht bekannt mit charakteristischen Werken, deren gr\u00f6sster Teil aus den sp\u00e4ten Dreissigerjahren bis Mitte der F\u00fcnfzigerjahre stammt, und mit bedeutenden Komponisten, Interpretinnen und Interpreten jiddischer Musik aus diversen Regionen der Sowjetunion. <\/p>\n<p> Die jiddischen Texte handeln von Liebesfreud und -leid, von Familienszenen, und (gem\u00e4ssigtem) sozialem Protest, von Offensive und Roter Armee und \u2013 in einem Viglid, einem Wiegenlied \u2013 von V\u00e4terchen Stalin, dem Besch\u00fctzer. <\/p>\n<p> Den einzigartigen (und akustisch erstaunlich frisch erhaltenen) Klangdokumenten sind im 36-seitigen illustrierten Booklet eine kenntnisreiche Einf\u00fchrung in das Thema sowie Erl\u00e4uterungen zu den einzelnen St\u00fccken, ihren Autoren und Interpreten beigegeben.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Shalom Comrade! Yiddish Music in the Soviet Union 1928\u20131961. (Wergo SM 1627 2; 74\u2019) <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN\/B000A7XJT2&amp;tag=codexflores-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742\">Bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=B000A7XJT2\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.07.2006 &#8212; Brosamen vom einst \u00fcberreich gedeckten Tisch: Das Album \u00abShalom Comrade! 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