{"id":958,"date":"2014-01-12T21:36:57","date_gmt":"2014-01-12T21:36:57","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/geistliche-musik-von-willy-burkhard\/"},"modified":"2014-01-12T21:36:57","modified_gmt":"2014-01-12T21:36:57","slug":"geistliche-musik-von-willy-burkhard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/geistliche-musik-von-willy-burkhard\/","title":{"rendered":"Geistliche Musik von Willy Burkhard"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/061110Burkhard.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>10.11.2006 &#8212; Die Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden des mittleren 20. Jahrhunderts haben es vor allem in Bereichen zu Perfektion und Weltgeltung gebracht, die vornehmlich unspektakul\u00e4rer und allt\u00e4glicher Funktionalit\u00e4t verbunden sind: in Sachfotografie, Design von Alltagsgegenst\u00e4nden, Typografie \u2013 und im gehobenen Laienmusizieren, vornehmlich im Dienste evangelischer Fr\u00f6mmigkeit. Die auf solchen Gebieten geschaffenen Werke zeichnen sich alle durch verhaltene, ja schon fast unerbittliche Strenge der Form und eine nie \u00fcberbordende, aber dennoch immer wieder \u00fcberraschende Fantasiebegabung im schlichten Detail aus. In der Typografie steht f\u00fcr diese Art der Gestaltung der Name Adrian Frutiger, in der Fotografie derjenige Hans Finslers, und im Design haben unter anderem Hans Coray \u2013 der Sch\u00f6pfer des legend\u00e4ren Landistuhls \u2013 und Max Bill ein solches Ideal verk\u00f6rpert.<\/p>\n<p> In der Musik finden sich diese Eigenarten vor allem im Werk des 1900 in Biel geborenen Willy Burkhard. Seine geistlichen Kompositionen, die gemeinhin dem Neoklassizismus im Umkreis Paul Hindemiths zugerechnet werden, sind von einer formalen Perfektion und Ausgewogenheit, die den appollinischen Geist des Deutschschweizer Pietismus sinnlich greifbar zu machen scheinen. Sie ruhen in einer gelassenen Strenge v\u00f6llig in sich und sind dennoch im Innern von einem funkelnden Licht erf\u00fcllt, das an das Farbenspiel moderner, abstrakter Kirchenfenster gemahnt.<\/p>\n<p> Besonders zum Ausdruck kommt diese innere Ausgeglichenheit in den Kleinen Psalter op.82, sechs Psalm-Motetten f\u00fcr gemischten Chor a cappella, die 1950, f\u00fcnf Jahre vor Burkhards Tod, entstanden sind und eine souver\u00e4ne Beherrschung von Harmonie und vorzugsweise enger chromatischer Melodik aufweisen. Aber auch die seltsam verhaltene und dennoch dr\u00e4ngende Passacglia f\u00fcr Orgel solo aus den an Lehrwerken Bachs inspirierten \u00abMusikalischen \u00dcbungen\u00bb op. 39 zeigen die Handschrift eines Meisters des Kontrapunktes. Die von Max Regers Werken der gleichen Gattung angeregte Fantasie op. 58 f\u00fcr Orgel \u00fcber den Choral \u00abEin feste Burg ist unser Gott\u00bb aus dem Jahr 1939 wurde vom damaligen Berner M\u00fcnsterorganisten Kurt Wolfgang Senn in Auftrag gegeben. Da ist es ein Gl\u00fccksfall, dass das f\u00fcr Burkhards sonstige Selbstbeherrschung ungew\u00f6hnlich impulsive und expressive Werk von Heinz Balli intoniert wird, der seit 1990 dasselbe Amt wie damals Senn innehat (er gibt dieses, nebenbei erw\u00e4hnt, auf Anfang 2007 an <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/nachrichten_ind2.php?art=2323\">Daniel Glaus<\/a> weiter). Die Aufnahme stammt allerdings \u2013 wie alle andern der CD \u2013 nicht aus Bern; sie wurde im M\u00e4rz dieses Jahres im Neum\u00fcnster Z\u00fcrich realisiert. <\/p>\n<p> Auf der CD finden sich \u00fcberdies die A-cappella-Motette \u00abDie Verk\u00fcndigung Mariae\u00bb op. 51, das Magnificat op. 64, f\u00fcr Sopran solo und Orgel, in der die S\u00e4ngerin Maria C. Schmid mit unpr\u00e4tenti\u00f6ser und stilsicherer Stimme einen kundigen Farbtupfer setzt, sowie das Te Deum op.33 f\u00fcr Chor, Orgel, Trompete, Posaune und Pauken. <\/p>\n<p> Nicht nur der erfahrene und mit Burkhards Intentionen in v\u00f6lliger \u00dcbereinstimmung musizierende Organist darf f\u00fcr die eingespielten Werke als Idealbesetzung betrachtet werden. Auch die Evangelische Singgemeinde Bern-Z\u00fcrich \u2013 sie steht unter der Leitung von Johannes G\u00fcnther \u2013 sorgt f\u00fcr hohes musikalisches Niveau und unaffektierte Authentizit\u00e4t. Als Instrumentalisten amten Annette Geisel (Trompete), Adrian Weber (Posaune) und Daniel Scheidegger (Pauken). <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Willy Burkhard: Geistliche Musik, aus der Reihe \u00abMusiques Suisses\u00bb des Migros Kulturprozent in Zusammenarbeit mit der Willy Burkhard Gesellschaft, MGB CD 6247. <a href=\"http:\/\/www.musiques-suisses.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.musiques-suisses.ch<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.11.2006 &#8212; Die Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden des mittleren 20. 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