{"id":96,"date":"2014-01-09T12:52:54","date_gmt":"2014-01-09T12:52:54","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/kompendium-der-barocken-oper\/"},"modified":"2014-01-09T12:52:54","modified_gmt":"2014-01-09T12:52:54","slug":"kompendium-der-barocken-oper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/kompendium-der-barocken-oper\/","title":{"rendered":"Kompendium der barocken Oper"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" src=\"images\/archivbilder\/130927operabaroque.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Barockoper\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>27.09.2013 &#8212;<\/em> <span class=\"txt-m-black\">Weshalb ist die Barockoper in den letzten Jahren derart popul\u00e4r geworden? Eine interessante Frage, denn die aristokratischen Inhalte \u2012 G\u00f6ttergeschichten in h\u00f6fischer Geziertheit \u2012 sind unzeitgem\u00e4ss, die Stilmittel \u2012 qu\u00e4kende, l\u00e4rmende Bl\u00e4ser, ungehobelte Streicher und widernat\u00fcrliche Stimmlagen \u2012 f\u00fcr heutige Ohren gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig\u2026 Da haben sich vermutlich drei \u00e4sthetische Ph\u00e4nomene gegenseitig verst\u00e4rkt: Die Alte-Musik-Bewegung ist in alles hineingewuchert, dessen sie habhaft werden konnte, nach der Kammer- und Orchestermusik auch in die B\u00fchnenwerke; das klassisch-romantische Repertorie ist mittlerweile so oft rauf- und runtergefiedelt worden, dass die Opernh\u00e4user einen neuen Kick gesucht haben; und restaurative Tendenzen mit einer Betonung klassischen Bildungsgutes wie Latein, antiker Mythologie und Bewunderung f\u00fcr elit\u00e4r-aristokratische Attit\u00fcden haben das Potential der Barockoper zur scheinbaren Abgrenzung gegen\u00fcber demokratischen Massenkulturen genutzt. <\/p>\n<p> So wird denn mittlerweile landauf, landab Monteverdi, Lully, Rameau und H\u00e4ndel von den Schn\u00fcrb\u00f6den runtergefahren, befeuert von gesch\u00e4ftst\u00fcchtigen Exponenten der Opernszene, die eine von der Finanzindustrie unterf\u00fctterte Glamourvariante f\u00fcr habliche Bonviants anbieten \u2012 zum mittlerweile etwas muffig gewordenen Wagnerkult des Grossb\u00fcrgertums. <\/p>\n<p> Dabei k\u00f6nnte man fast vergessen, dass da von Pionieren viel Entdeckungs- und Interpretationsarbeit geleistet worden ist. Ihre Leistungen dokumentiert eine Kassette von harmonia mundi zum \u00fcberaus moderaten Preis mit 39 CD, 3 DVD und einer CD-ROM als Querschnitt durch das europ\u00e4ische Opernschaffen vor Empfindsamkeit und Sturm und Drang. <\/p>\n<p> Ren\u00e9 Jacobs ist als Dirigent naheliegenderweise prominent vertreten, etwa mit Monteverdis \u00abL\u2019Orfeo\u00bb, der ersten noch erhaltenen Opernpartitur der Epoche, oder Purcells \u00abDido and Aeneas\u00bb, H\u00e4ndels \u00abRinaldo\u00bb und Telemanns \u00abOrpheus\u00bb. William Christie dirigiert unter anderem Lullys \u00abAtys\u00bb oder Rameaus \u00abLes Indes galantes\u00bb, und Lars Ulrich Mortensen H\u00e4ndels \u00abGiulio Cesare\u00bb. Dokumentiert sind insgesamt drei deutsche, vier italienische und je f\u00fcnf englische und franz\u00f6sische Opern, dazu deutsche Ouvert\u00fcren und italienische Madrigalwerke \u2012 alles Referenzaufnahmen. Zugreifen. Es gibt barockes Leben vor Cecilia Bartoli und Donna Leon. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p><em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\"> Opera baroque. harmonia mundi, 36 DC, 3 DVD, 1 CD-ROM. HMX 2908658.99 <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.09.2013 &#8212; Weshalb ist die Barockoper in den letzten Jahren derart popul\u00e4r geworden? 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