{"id":969,"date":"2014-01-13T09:43:24","date_gmt":"2014-01-13T09:43:24","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/vaclav-jan-tomaseks-klavierkonzerte\/"},"modified":"2014-01-13T09:43:24","modified_gmt":"2014-01-13T09:43:24","slug":"vaclav-jan-tomaseks-klavierkonzerte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/vaclav-jan-tomaseks-klavierkonzerte\/","title":{"rendered":"V\u00e1clav Jan Tom\u00e1\u0161eks Klavierkonzerte"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/toma80106.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>23.01.2007 &#8212; Zur betr\u00e4chtlichen Schar der Komponisten (ebenso der Dichter), die das Studium der Jurisprudenz in Angriff nahmen, in der Regel ohne es abzuschliessen, geh\u00f6rt auch der 1774 geborene B\u00f6hme V\u00e1clav Jan Tom\u00e1\u0161ek (Wenzel Johann Tomaschek). Fr\u00fch war sein Klavierspiel aufgefallen, doch blieb er mangels Barschaft Autodidakt. Es spricht f\u00fcr seine enorme Begabung, dass er in den Gebieten Klavierspiel und Musiktheorie, in denen er sp\u00e4ter ein gesuchter Lehrer war, nie eine professionelle Ausbildung erhalten hatte. <\/p>\n<p> Er begann im jugendlichen Alter zu komponieren, hatte Erfolg mit seinen Klavierst\u00fccken und Liedern und widmete sich fortan ganz der Musik. Eine sichere Anstellung fand Tom\u00e1\u0161ek, der 1790 nach Prag gekommen war, 1806: W\u00e4hrend 18 Jahren wirkte er als Musiklehrer und Komponist in der Familie des Grafen Georges Buquoy. Nach der Heirat 1824 machte sich Tom\u00e1\u0161ek selbst\u00e4ndig und er\u00f6ffnete eine Musikschule. <\/p>\n<p> Lebhaften Anteil nahm er am kulturellen Leben seiner Zeit und lernte in Prag und auf Reisen K\u00fcnstler aller Couleur kennen, unter ihnen Mozart, Haydn, Beethoven, Berlioz, Wagner, Robert und Clara Schumann, Paganini, Spohr, Clementi, Goethe, empfing auch manche in seiner Wohnung auf der Prager Kleinseite. <\/p>\n<p> In Privatkonzerten traten Tom\u00e1\u0161eks beste Sch\u00fcler auf, darunter Alexander Dreyschock und Julius Schulhoff, Siegmund Goldschmidt und Ignaz Amadeus Tedesco, desgleichen Eduard Hanslick. V\u00e1clav Jan Tom\u00e1\u0161ek starb 1850, hinterliess ein vielseitiges kompositorisches \u0152uvre und \u2013 ein wichtiges Dokument seines Wirkens und seiner Epoche \u2013 eine deutsch geschriebene Autobiografie (1844). <\/p>\n<p> Auf die Zeit beim Grafen Buquoy gehen Tom\u00e1\u0161eks zwei zwischen 1803 und 1805 geschaffene Klavierkonzerte zur\u00fcck, in C-Dur op. 18 und in Es-Dur op. 20. W\u00e4hrend das Stimmenmaterial des einen Konzerts gedruckt worden war, musste die Partitur des Opus 20 aus zwei autografen Quellen rekonstruiert werden. Beide Werke liegen nun \u2013 erstaunlicherweise als Ersteinspielungen \u2013 auf CD vor. <\/p>\n<p> Unzweifelhaft standen Haydn und Mozart zu Gevatter, doch besitzen V\u00e1clav Jan Tom\u00e1\u0161eks Klavierkonzerte die Vorz\u00fcge eigenen Tons und eigener F\u00e4rbung, fussen formal in der Tradition, \u00f6ffnen sich aber, emotional kontrolliert, romantischen Ausdrucksbereichen. Einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Originalit\u00e4t dieser Werke wird im weitgehend autodidaktischen Aneignen der Musik zu suchen sein; letzteres f\u00f6rderte wohl auch das Festhalten an Schusterflecken (h\u00e4ufige Sequenzierung, Akkordbrechungen, aufgel\u00f6ste stereotype Spielfiguren), besonders im C-Dur-Konzert. <\/p>\n<p> Doch es \u00fcberwiegen die melodische Phantasie, die Frische der Erfindung, die lyrische Intensit\u00e4t, die virtuose Spielfreude, die Kunst des Variierens und des lustbetonten Spiels mit Motiven und Partikeln, das spannungsvolle Verh\u00e4ltnis zwischen Tasteninstrument mit reich ausgestattetem Part und grossem, differenziert behandeltem Orchester mit sch\u00f6nen Bl\u00e4sersoli. <\/p>\n<p> Immer wieder fesseln die Abweichungen von der Norm, das Unterlaufen der Erwartung: Der erste Klaviereinsatz erfolgt nicht mit dem Hauptthema, zuweilen wie beil\u00e4ufig, und Kadenzen fehlen. Ein Bijou ist das Finale des Es-Dur-Werks. So klein, wie sie oft geredet werden, sind nicht alle Kleinmeister \u2026<\/p>\n<p> Sorgfalt im Einzelnen und Brio im Ganzen pr\u00e4gen die bravour\u00f6sen und werkdienlichen Wiedergaben durch die tschechischen Interpreten.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">V\u00e1clav Jan Tom\u00e1\u0161ek: Piano Concertos 1 &amp; 2. Ersteinspielungen. Jan Simon, Klavier. Radio-Sinfonieorchester Prag. Leitung: Vladim\u00edr V\u00e1lek. (Supraphon SU 3819-2; 54\u2019), <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B000FWHTAM?ie=UTF8&amp;tag=codexflores-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B000FWHTAM\">bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=B000FWHTAM\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.01.2007 &#8212; Zur betr\u00e4chtlichen Schar der Komponisten (ebenso der Dichter), die das Studium der Jurisprudenz in Angriff nahmen, in der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-969","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=969"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/969\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=969"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=969"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=969"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}