{"id":97,"date":"2014-01-09T12:54:30","date_gmt":"2014-01-09T12:54:30","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/klassik-ueber-elektro-beats\/"},"modified":"2014-01-09T12:54:30","modified_gmt":"2014-01-09T12:54:30","slug":"klassik-ueber-elektro-beats","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/klassik-ueber-elektro-beats\/","title":{"rendered":"Klassik \u00fcber Elektro-Beats"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" src=\"images\/archivbilder\/130913schiller.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Schiller\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>13.09.2013 &#8212;<\/em> <span class=\"txt-m-black\">Darf man das? Sind das Gegens\u00e4tze? Club-Musik und Ikonen der klassischen Musik kreuzen? Gibt\u2019s eine \u00e4sthetische Notwendigkeit, die beiden Welten zu konfrontieren? Sind solche Produktionen kommerzieller Kalk\u00fcl? Wenn ja, von wem? Sind das typisch bildungsb\u00fcrgerliche Fragen? Man stellt sich fast nur Fragen. Da gab\u2019s doch mal das Electric Light Orchestra, das in den 1970er-Jahren Rockmusik mit Klassik verband. Sein Cellist ist 2010 von einem Heuballen erschlagen worden. Und die Gruppe Emerson, Like and Palmer (ELP, t\u00f6nt fast gleich wie ELO) machte sich etwa zu gleicher Zeit hinter Mussorgskis \u00abBilder einer Ausstellung\u00bb. Das war unerh\u00f6rt, unerh\u00f6rt frech und provokativ war\u2019s auch. Aber es war auch ziemlich kreativ. <\/p>\n<p> Ikonen der (unterhaltsamen) Klassik als Versatzst\u00fccke zum Chill-outen sind, ja was denn nun? M\u00f6glicherweise provokativ, weil sie in einer solchen Selbstverst\u00e4ndlichkeit benutzt werden, dass sie sich in nivellierter Beliebigkeit etwa so aufl\u00f6sen, wie ein Kopfschmerz-Brausemittel im Wasserglas nach einem ausgiebigen Rave. Frech ist da nichts mehr, bloss noch cool. Und sehr professionell gemacht. <\/p>\n<p> Schiller hat\u2019s getan, ein deutscher Techno-Star, der in Wirklichkeit Christopher von Deylen heisst. Er hat auch Samples verarbeitet, auf denen Klassikstars wie H\u00e9l\u00e8ne Grimaud oder Albrecht Mayer Vier- oder Achttakte-Schnipsel aus Werken wie \u00abSchwanensee\u00bb und Saties Gymnopedien spielen. Da bleibt nun tats\u00e4chlich bloss noch der Name, denn ob da nun Meyer oder Fritzli M\u00fcller ein paar T\u00f6ne blasen, macht nun wirklich keinen Unterschied. <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/130913cafedelmar.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/> Auch das Caf\u00e9 del Mar, ein bekannter Raver-Club auf Ibiza, hat\u2019s getan, und es t\u00f6nt (f\u00fcr unge\u00fcbte Ohren) in etwa gleich, wie Schillers \u00abOpus\u00bb: Kuschelklassik, Reverb-, Delay-, Flanger- und Filter-poliert.<\/p>\n<p> Interessanterweise erinnern die Tracks aber in gewisser Hinsicht an mittelalterliche Musik, respektive die Entdeckung der Mehrstimmigkeit in Kirchenr\u00e4umen. Auch da berauschten sich die Tonsch\u00f6pfer an Halleffekten, sph\u00e4rischen Kl\u00e4ngen, Delays (kanonischen Eins\u00e4tzen) und anderen \u00abneuen Technologien\u00bb der Zeit \u2012 um ihrer selbst Willen. Und daraus ist mit der Zeit dann die europ\u00e4ische Kunstmusik entstanden. Man muss den Dingen Zeit lassen. <\/p>\n<p> Wir verhehlen nicht, dass die Scheiben recht angenehm anzuh\u00f6ren sind. Aber wie\u2019s halt so ist: es chillt beim einen Ohr rein und beim andern wieder out. Aber das soll, haben wir uns sagen lassen, ja auch der Zweck des Ganzen sein. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Schiller : Opus. Deutsche Grammophon\/Universal, Best.-Nr. 2894791893 6<br \/> Caf\u00e9 del Mar Classical, Decca\/Universal, Cat no 3745271. <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>13.09.2013 &#8212; Darf man das? Sind das Gegens\u00e4tze? Club-Musik und Ikonen der klassischen Musik kreuzen? 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