{"id":974,"date":"2014-01-13T09:45:45","date_gmt":"2014-01-13T09:45:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/orchesterwerke-von-josef-suk\/"},"modified":"2014-01-13T09:45:45","modified_gmt":"2014-01-13T09:45:45","slug":"orchesterwerke-von-josef-suk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/orchesterwerke-von-josef-suk\/","title":{"rendered":"Orchesterwerke von Josef Suk"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/suk60307.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>12.03.2007 &#8212; Zu den K\u00fcnstlern, denen in einem Teil ihres Ouvres &#8211; sei es Literatur, bildende Kunst oder Musik &#8211; autobiografische Elemente als Inspirationsquelle dienten, geh\u00f6rt auch der tschechische Komponist Josef Suk (1874-1935). <\/p>\n<p> Die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens standen unter einem gl\u00fccklichen Stern: Suk, dessen Fr\u00fchwerk von der Musik seines Lehrers, Freundes und sp\u00e4teren Schwiegervaters Antonin Dvor\u00e1k gepr\u00e4gt ist, distanzierte sich von der nationalen Folklore und entwickelte seinen von Mahler, Strauss und den franz\u00f6sischen Impressionisten beeinflussten eigenwilligen Stil. Nicht weniger erfolgreich als mit seinen Kompositionen, darunter Klavier- und Kammermusik, Orchester- und B\u00fchnenwerke, war Suk als Interpret; ab 1891 geh\u00f6rte er am zweiten Pult dem international renommierten B\u00f6hmischen Streichquartett an. <\/p>\n<p> 1898 heiratete er Dvor\u00e1ks Tochter Otilie. Die unbeschwerte Zeit ging bereits 1904 mit dem Tod seines Schwiegervaters zu Ende &#8211; vierzehn Monate sp\u00e4ter starb nach schwerer Krankheit auch Otilie. Die folgenden Jahrzehnte (ab 1922 lehrte er am Prager Konservatorium) standen im Zeichen der Befreiung aus der Depression und der Bew\u00e4ltigung der famili\u00e4ren Trag\u00f6die; in sein Werk haben sie tiefe Spuren gegraben. <\/p>\n<p> Unmittelbar nach Vollendung der Sinfonischen Dichtung \u00abPraga\u00bb (1904) in der Tradition Smetanas (mit Anlehnungen an den Hussitenchoral \u00abDie ihr Gottes Streiter seid\u00bb) entwarf Suk zu Dvor\u00e1ks Gedenken die c-Moll-Sinfonie, die er \u00abAsrael\u00bb nannte nach dem islamischen Todesengel Israil, der die Verstorbenen ins Jenseits geleitet. Nach Otilies Hinschied \u00e4nderte er die Konzeption der beiden letzten (Adagio-)S\u00e4tze &#8211; das Werk (Auff\u00fchrungsdauer 1 Stunde) mit seinem grotesken Totentanz-Scherzo wurde zur Trauersinfonie in d\u00fcsteren Farben und erweiterten kompositorischen Mitteln (breit fliessender Entwicklungsstrom, satz\u00fcbergreifend semantisch besetzte Motive, erweiterte Tonalit\u00e4t, starke polyphone Verflechtung, gesprengte metrische Struktur, pr\u00e4gnante rhythmische Formen, klangliche Opulenz und eine wirkungssicheren Effekten nicht abholde Expressivit\u00e4t). <\/p>\n<p> Im Zeichen der Wiedergewinnung des Lebenswillens stehen die Tondichtungen \u00abEin Sommerm\u00e4rchen\u00bb (1909) und \u00abDas Reifen\u00bb (1917) mit erfindungsreicher Melodik und impressionistischer Farbenpalette. <\/p>\n<p> Seine sinfonische Tetralogie hat Suk abgeschlossen mit \u00abEpilog\u00bb f\u00fcr Sopran, Bariton, Bass, zwei Ch\u00f6re und Orchester (1929\/1933) auf Texte aus dem Buch der Psalmen und dem Alten Testament. Dieser Zyklus, so Josef Suk, \u00abdurchmisst das ganze Leben; in das Nachdenken \u00fcber den Tod und die Todesfurcht mischt sich das Lied der irdischen Liebe, und alles m\u00fcndet in den begeisterten Gesang der befreiten Menschheit\u00bb. Dass die \u00abAsrael\u00bb-Sinfonie packender ist als der optimistische \u00abEpilog\u00bb aus den Dreissigerjahren, d\u00fcrfte manchem H\u00f6rer nicht verborgen bleiben. <\/p>\n<p> Bereits fr\u00fcher einzeln edierte Einspielungen hat das Label Supraphon nun in einer Kassette zusammengefasst: den vierteiligen Zyklus und die Sinfonische Dichtung \u00abPrag\u00bb sowie die Orchestersuite \u00abEin M\u00e4rchen\u00bb (1900). Die werkdienlichen Interpretationen ehren einen im Konzertleben vernachl\u00e4ssigten tschechischen Meister, dessen Schaffen gepr\u00e4gt ist durch pers\u00f6nliches Schicksal und durch die individuelle Synthese von b\u00f6hmischer Tradition und den Str\u00f6mungen der Moderne am Anfang des 20. Jahrhunderts.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Josef Suk: Asrael. A Summer&#8217;s Tale. The Ripening. Epilogue. Fairy Tale. Praga. &#8211; Zora Jehlickov\u00e1 (Sopran), Ivan Kusnjer (Bariton), J\u00e1n Galla (Bass). Czech Philharmonic Orchestra. Prague Philharmonic Choir. Leitung: V\u00e1clav Neumann, Libor Pesek. (Supraphon SU 3864-2; 4 CDs. 242&#8242;) <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B000EBFVJU?ie=UTF8&amp;tag=codexflores-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B000EBFVJU\">bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=B000EBFVJU\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.03.2007 &#8212; Zu den K\u00fcnstlern, denen in einem Teil ihres Ouvres &#8211; sei es Literatur, bildende Kunst oder Musik &#8211;&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-974","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/974","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=974"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/974\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=974"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=974"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=974"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}