{"id":978,"date":"2014-01-13T09:47:42","date_gmt":"2014-01-13T09:47:42","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/francesco-hochs-the-magic-ring\/"},"modified":"2014-01-13T09:47:42","modified_gmt":"2014-01-13T09:47:42","slug":"francesco-hochs-the-magic-ring","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/francesco-hochs-the-magic-ring\/","title":{"rendered":"Francesco Hochs \u00abThe Magic Ring\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/070515hoch.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>15.05.2007 &#8212; Der 1943 in Lugano geborene Francesco Hoch hat am Konservatorium von Mailand Komposition, Gesang und Dirigieren studiert und sich im legend\u00e4ren Studio di Fonologia Musicale der italienischen Rai sowie in Darmstadt mit den Techniken der elektroakustischen Tonkreation vertraut gemacht. Aus diesem Fundus an Fertigkeiten sch\u00f6pfte er, als er in den Jahren zwischen 1995 bis 2000 an seinem multimedialen Spektakel \u00abThe Magic Ring\u00bb arbeitete, mit dem ihm rund um die zahlreichen Bedeutungsschattierungen des \u00abRings\u00bb eine hochintelligente Verschr\u00e4nkung von fantastischen Welten, Sch\u00f6pfungsmythen und dem innersten Heiligtum der Hochfinanz \u2013 dem B\u00f6rsenring n\u00e4mlich \u2013 gelungen ist. In lockerer Abfolge f\u00fcgt Hoch in dem Wurf Tableaus aneinander, die wie eine \u00dcbersetzung von Bildern Albrecht D\u00fcrers oder Hieronymus Boschs in die modernen Metaphern elektronischer Kommunikation und B\u00f6rsenwelt anmuten.<\/p>\n<p> Die feingliedrige und \u00fcberaus klangsensible Ger\u00e4uschkomposition eines vorfabrizierten Tonbandes wird dabei von je drei Gitarristen und Schlagzeugern gespiegelt, die vergleichbare, aber physischere Perkussions- und Ger\u00e4uschklangwelten generieren. Je drei m\u00e4nnliche und weibliche Singstimmen bringen mit melodi\u00f6sem Sprechgesang und kunstvoll kontrapunktisch verwobenen Lautfolgen die erz\u00e4hlerischen Elemente ins Geschehen. <\/p>\n<p> Ein brillanter Einfall bestimmt bereits den Prolog: Ein elektronischer Urknall entl\u00e4sst die einfachsten Formen der Sinsust\u00f6ne in virtuelle R\u00e4ume. Aus diesen wachsen in einer irisierenden Genesis Akkorde, Tontrauben und schliesslich Rauschen und das Pulsieren eines Weltenherzes \u2013 nicht ohne dass eine sonore Erz\u00e4hlerstimme aus dem Off erkl\u00e4rt, der Teufel habe am achten Tag den Ring erschaffen (im italienischen Original \u00aball ottava giorno satana cre\u00f3 il Ring\u00bb klingt noch eine diebische musikalische Konnotation mit).<\/p>\n<p> Dem Prolog folgen neun \u00abSitzungen\u00bb. Die Szenen reichen von der Beschreibung der Nostalgie \u00fcber das Lob der Technologie, die Magie des B\u00f6rsengesch\u00e4ftes (mittels Tiermetaphern und dem faustischen Hexeneinmaleins) und die Huldigung der Liebe, einem Sirenengesang als Versuch, die schweren Krankheiten der B\u00f6rsianer zu retten \u2013 bis zum Erwachen des Marktes. Die Liebe allerdings ist ein Gef\u00fchl, das \u00aban der B\u00f6rse unbekannt\u00bb und als Form des Transfers \u00abim therapeutischen Bereich verboten ist\u00bb, und der H\u00f6rer ertrinkt beim Erwachen der totemistischen Gottheiten in einer kontrapunktischen Flut von Handy-Klingelt\u00f6nen, bis ihn ein grotesker Marsch aus der ebenso verwirrenden wie attraktiven Welt des Rings wieder hinaustr\u00e4gt. <\/p>\n<p> Das Werk ist bisher bloss einmal und auch nur in konzertanter Form zur Auff\u00fchrung gekommen \u2013 am 13. April 2002 in Mailand. Auch die CD, der eine Studioaufnahme im Auditorio Stelio Molo des Tessiner Radios vom Dezember 1999 zugrunde liegt (Musikregie: J\u00fcrg Jecklin), kann nur einen sehr fragmentarischen Eindruck des Gesamtwerkes vermitteln. Ein Szene, die bloss theatralisch angelegt ist, entf\u00e4llt vollst\u00e4ndig. Aber selbst in dieser reduzierten Form wirkt \u00abThe Magic Ring\u00bb \u00fcber weite Strecken \u00fcberaus inspiriert. Das Gitarrentrio Basel, das Basler Schlagzeugtrio und die Solisten St\u00e9phanie Burkhard, Magali Schwartz (Sopran), Susanne Otto (Kontraalt), Leopold Kern, Hubert Meyer (Tenor) und Matthias Schadock (Bariton) stehen unter der Leitung von Zsolt Nagy. Das Tonband der Aufnahme ist von Alistair Zaldua am Heinrich Strobel Experimentalstudio des S\u00fcdwestrundfunks realisiert worden.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Francesco Hoch: The Magic Ring, MGB CD 6251, <a href=\"http:\/\/www.musiques-suisses.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musiques-suisses.ch<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>15.05.2007 &#8212; Der 1943 in Lugano geborene Francesco Hoch hat am Konservatorium von Mailand Komposition, Gesang und Dirigieren studiert und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-978","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/978","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=978"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/978\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=978"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=978"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=978"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}