{"id":99,"date":"2014-01-09T12:57:26","date_gmt":"2014-01-09T12:57:26","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/naehe-fern-von-wolfgang-rihm\/"},"modified":"2014-01-09T12:57:26","modified_gmt":"2014-01-09T12:57:26","slug":"naehe-fern-von-wolfgang-rihm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/09\/naehe-fern-von-wolfgang-rihm\/","title":{"rendered":"\u00abN\u00e4he fern\u00bb von Wolfgang Rihm"},"content":{"rendered":"<p><em><img decoding=\"async\" src=\"images\/archivbilder\/130816rihm.jpg\" border=\"0\" alt=\"Cover Rihm\" style=\"float: left; margin: 4px;\" \/>16.08.2013 &#8212;<\/em> <span class=\"txt-m-black\">Vor ziemlich genau einem Jahr (am 20. August 2012) ist im Rahmen von Lucerne Festival der Zyklus \u00abN\u00e4he fern\u00bb von Wolfgang Rihm \u2012 er selber bezeichnet ihn auch als seine \u00abLuzerner Sinfonie\u00bb \u2012 erstmals integral aufgef\u00fchrt worden, nachdem die einzelnen Teile bereits zuvor im Rahmen der regul\u00e4ren Konzerte des Luzerner Sinfonieorchesters uraufgef\u00fchrt worden sind. Es handelt sich um eine Auseinandersetzung Rihms mit dem sinfonischen Werk von Johannes Brahms, angeregt vom r\u00fchrigen Luzerner Orchesterintendanten Numa Bischof Ullmann. <\/p>\n<p> Der Wunsch nach einer kreativen Auseinandersetzung mit den Brahms-Sinfonien ist Rihm gekommen, nachdem er mit dem Zyklus in M\u00fcnchen mit Daniel Barenboim und der Staatskapelle Berlin konfrontiert worden ist. Mit \u00abN\u00e4he fern\u00bb, einem Zitat aus einem Goethe-Gedicht, spinnt er in seinen eigenen Worten \u00abden Gespr\u00e4chsfaden weiter\u00bb, den Brahms hinterlassen hat. Das Goethe-Gedicht (\u00abD\u00e4mmrung senkte sich von oben\u00bb), das sowohl Brahms als auch Rihm als Klavierlied vertont haben, erg\u00e4nzt in orchestrierter Form die vier S\u00e4tze von \u00abN\u00e4he fern\u00ab, die je den Faden einer der vier Sinfonien von Brahms weiterspinnen. <\/p>\n<p> Rihm ist so etwas wie der letzte deutsche Romantiker, empfindsam, hochgebildet, \u00fcberaus belesen, geistreich im Gespr\u00e4ch und sehr komplex-hinterfragend und intellektuell in der Auseinandersetzung mit dem eigenen musikalischen Erbe. Seine Ann\u00e4herung an Brahms erinnert etwas an diejenigen seines Berufskollegen Hans Zender, der sich mit \u00abkomponierten Interpretation\u00bb zwei andern grossen deutschen Tonsch\u00f6pfern des 19. Jahrhunderts gen\u00e4hert hat, n\u00e4mlich Schubert und Schumann (siehe Codex-flores-<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=349\">Rezension<\/a>). <\/p>\n<p> Einem von Hintergrundwissen unbelasteten naiven H\u00f6reindruck muten Rihms Reminiszenzen allerdings zug\u00e4nglicher und weniger radikal an als Zenders akustische Reflektionen. Man k\u00f6nnte Rihms Spiegelungen an Bruchlinien einer Plattentektonik aus den \u00c4sthetiken der Sp\u00e4tromantiker, Hans Werner Henzes und Alban Bergs verorten. <\/p>\n<p> Der Rihm-Zyklus ist bereits im Juni 2012 im Luzerner Kultur- und Kongresszentrum, der Residenz des Orchesters, aufgenommen worden. Die Harmonia-Mundi-CD dokumentiert das Werk und festigt damit auch den Ruf des Luzerner Sinfonieorchesters als einem der originellsten und kundigsten Klangk\u00f6rper seiner Art in der Schweiz. Die Auff\u00fchrung in Luzern sind von der internationalen Presse sehr freundlich aufgenommen worden. <em>(wb)<\/em><\/p>\n<p> <em><span class=\"txt-s-black\" style=\"font-size: x-small;\">Wolfgang Rihm : Symphonie \u00abN\u00e4he fern\u00bb, Luzerner Sinfonieorchester, James Gaffigan (Leitung), Harmonia Mundi, HMC 902153. <\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.08.2013 &#8212; Vor ziemlich genau einem Jahr (am 20. 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