{"id":991,"date":"2014-01-13T09:53:59","date_gmt":"2014-01-13T09:53:59","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/romantische-kammermusik-aus-der-schweiz\/"},"modified":"2014-01-13T09:53:59","modified_gmt":"2014-01-13T09:53:59","slug":"romantische-kammermusik-aus-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/romantische-kammermusik-aus-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Romantische Kammermusik aus der Schweiz"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071203ch1.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>04.12.2007 &#8212; Brahms, Schumann, Dvo\u0159\u00e1k, Faur\u00e9, das d\u00fcrften die Namen sein, die spontan fallen, wenn vom romantischen Klavierquartett die Rede ist. F\u00fcr die etwas gr\u00f6ssere (und popul\u00e4rere) Besetzung des Klavierquintetts sieht die Liste ganz \u00e4hnlich aus. Den franz\u00f6sischen Beitrag zur Gattung hat allerdings anstelle von Faur\u00e9 Kollega Franck geleistet, und aus deutlich fr\u00fcheren Jahrzehnten stammt das Werk, das an Popularit\u00e4t alle andern \u00fcberragt \u2212 Schuberts \u00abForellenquintett\u00bb. Aber auch in der Schweiz fanden die Kleinbesetzungen im ausgehenden 19. Jahrhundert hohe Beachtung: Kammermusik als \u00dcbung in expressiver Pr\u00e4zision, Selbstbescheidung und ausgeglichener Form scheint in beinahe idealer Art die Werte zu widerspiegeln, welche dem Selbstverst\u00e4ndnis deutschschweizer B\u00fcrgerlichkeit entsprachen. So erstaunt es denn nicht, dass in der Sp\u00e4tromantik gerade diese Formen der absoluten Musik zu einer Bl\u00fcte gefunden haben. In der Reihe Musiques Suisses des Migros Kulturprozentes sind seit kurzem einige Zeugnisse aus der Zeit greifbar, die weit \u00fcber das rein historische Interesse hinausgehen. Sie stellen eine echte Bereicherung f\u00fcr das Repertoire dar. Dokumentiert wird dies auf den Einspielungen f\u00fcr die Reihe in herausragenden Interpretationen.<\/p>\n<p> Die eine CD ist dem Schaffen Hans Hubers (1852-1921) gewidmet, der unter seinen Zeitgenossen hohes Ansehen genoss. Welche Bedeutung der Basler Musikp\u00e4dagoge im Schweizer Musikleben hatte, zeigt unter anderem die Tatsache, dass im Jahr 1900 zur Gr\u00fcndung des Schweizerischen Tonk\u00fcnstlerverbandes Hubers zweite Sinfonie erklang, dirigiert von Friedrich Hegar. Der Tonsch\u00f6pfer, der die Schulzeit in Solothurn absolviert, sein Handwerk in Leipzig bei Carl Reinecke und anderen vervollkommnet und mit Wagner, Clara Schumann, Brahms, Reger und Richard Strauss verkehrt, hinterl\u00e4sst ein kammermusikalisches Oeuvre, das weit \u00fcber das Mittelmass hinausragt. Das Aura-Quartett, bestehend aus Mitgliedern des Sinfonieorchesters Basel, und der Pianist Hans Joerg Fink haben im April 2006 und im Januar 2007 im Radiostudio Z\u00fcrich Hubers Quintett Nr. 1 und g-Moll op. 111 und dessen Quartett op. 117 eingespielt \u2212 zwei Werke, die einen expressiven Bogen zwischen kernig-elementarer Ausdruckskraft und lyrischen Zwischent\u00f6nen spannen.<\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071203ch2.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Auf vergleichbarem Niveau bewegen sich die Klavierquartette Paul Juons (1872-1940), der \u2212 obzwar schweizerischer Herkunft \u2212 in Russland aufw\u00e4chst. Seine Studien absolviert er in Moskau und Berlin. Erst die letzten vier Jahre seines Lebens verbringt er in der Schweiz, in Vevey \u2212 allerdings nicht, ohne ein Dutzend Jahre zuvor seinem Heimatort Masein in Graub\u00fcnden einen Besuch abzustatten und sich seines dortigen B\u00fcrgerrechtes zu vergewissern. Musiques Suisses hat bereits eine ganze Reihe von Kammermusikwerken Juons dokumentiert: So sind etwa die Arabesken op. 73, das Bl\u00e4serquintett op. 84 und das Divertimento op. 51 vom Cosmoquintet eingespielt worden (MGB CD 6152), verschiedene Klavierwerke hat Tom\u00e1s Kramreiter aufgenommen (MGB CD 6196), die Streichquartette sind vom Niziol Quartett auf Doppel-CD gebannt worden (MGB CD 6242) und das Schweizer Klaviertrio hat sich der Litaniae-Tondichtung op. 70 angenommen (MGB CD 6215).<\/p>\n<p> Im Mai 2006 hat, ebenfalls im Radiostudio Z\u00fcrich, das Philharmonische Klavierquartett Berlin Juons Rhapsodie op. 37 und sein Klavierquartett op. 50 eingespielt. Beide Werke erweitern die traditionelle Dur-Moll-Tonalit\u00e4t auf durchaus eigenst\u00e4ndige Weise in Richtung volksmusikalischer Modi, und auch in Sachen Rhythmik versteht es Juon, die ihm aus der osteurop\u00e4ischen Tradition vertrauten ungeraden Metren zu nutzen. <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071203ch3.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Ein Werk Juons, die Cellosonate a-Moll op. 54, haben das Duo Pi-Chin Chien (Cello) und Adrian Oetiker (Klavier) f\u00fcr Musiques Suisses auf CD gebannt. Auch sie ist von der russischen Lebenswelt des Komponisten gepr\u00e4gt \u2212 mit Ankl\u00e4ngen an Kirchentonarten und viel vollt\u00f6nender, klangseliger und virtuoser Expressivit\u00e4t. Auf der CD des Duos findet sich \u00fcberdies die kundig erstellte Bearbeitung von sechs Liedern Othmar Schoecks f\u00fcr Cello und Klavier aus der Feder des jungen Schweizer Komponisten Fabian M\u00fcller sowie eine Sonate und eine Suite M\u00fcllers f\u00fcr die Zweierbesetzung. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>cf<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Hans Huber: Klavierquintett Nr. 1g-Moll, op.111, Klavierquartett Nr. 2 E-Dur \u00abWaldlieder\u00bb , op. 117, Aura Quartett, Musiques Suisses, MGB CD 6257<br \/> Paul Juon: Klavierquartette, Philharmonisches Klavierquartett Berlin, Musiques Suisses, MGB CD 6244<br \/> Juon \u2212 Schoeck \u2212 M\u00fcller: Werke f\u00fcr Violoncello und Klavier, Pi-Chin Chien (Violoncello), Adrian Oetiker (Klavier), Musiques Suisses, MGB CD 6256<br \/> Bezugsnachweis: <a href=\"http:\/\/www.musiques-suisses.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musiques-suisses.ch<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>04.12.2007 &#8212; Brahms, Schumann, Dvo\u0159\u00e1k, Faur\u00e9, das d\u00fcrften die Namen sein, die spontan fallen, wenn vom romantischen Klavierquartett die Rede&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-991","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/991","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=991"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/991\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=991"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=991"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=991"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}