{"id":994,"date":"2014-01-13T09:55:37","date_gmt":"2014-01-13T09:55:37","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/david-philip-hefti-tenet\/"},"modified":"2014-01-13T09:55:37","modified_gmt":"2014-01-13T09:55:37","slug":"david-philip-hefti-tenet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/13\/david-philip-hefti-tenet\/","title":{"rendered":"David Philip Hefti: \u00abTenet\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/071231tenet.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>31.12.2007 &#8212; David Philip Hefti geh\u00f6rt zweifelsohne zu den grossen Talenten der j\u00fcngeren Schweizer Komponistengeneration. Er hat mit hoch expressiven Werken auf sich aufmerksam gemacht, die an Traditionen der Zweiten Wiener Schule und quer durch die Schulen beliebte Zahlen- und Wortspekulationen ankn\u00fcpfen (siehe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=342\">Rezension<\/a>). Auch die auf der CD \u00abTenet\u00bb versammelten Werke reihen sich hier ein. \u00abO, star! II\u00bb f\u00fcr Saxophon solo (Lars Miekusch) kreist einmal mehr um den Sator-Zyklus des Z\u00fcrcher Rihm-Sch\u00fclers. \u00abSchattenklang\u00bb f\u00fcr Klavier (Oliver Schnyder) kann laut eigenen Angaben Heftis als eine Art Schatten von Mozarts Adagio in h-Moll KV 540 angesehen werden. Die Idee, eine Art Negativ eines klassischen Werkes zu entwerfen, erinnert entfernt an Heinz Holligers f\u00fcnf St\u00fccke f\u00fcr Orgel und Tonband aus dem Jahr 1980 (siehe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=405\">Rezension<\/a>), die ebenfalls ein Spiel aus Matrix und \u00abNegativabdruck\u00bb darstellen. Mit Holliger teilt Hefti ja auch den Hang zum spielerisch-spekulativen Umgang mit dem Tonmaterial.<\/p>\n<p> Wie die Solowerke ist auch das Duo \u00abMondschatten\u00bb f\u00fcr Violine und Marimba ein hochvirtuoses, den Ausf\u00fchrenden Rahel Cunz (Geige) und Jacqueline Ott (Marimaba) auf den Leib geschriebenes Kleinod, das die ungew\u00f6hnliche Instrumentenkombination in verbl\u00fcffende klangliche und dynamische Regionen f\u00fchrt. Das in p\u00e4dagogischer Absicht \u2212 f\u00fcr ein Musik-P\u00e4dagogik-Seminar in Z\u00fcrich \u2212 entstandene Duo \u00abMiroirs\u00bb f\u00fcr Klavier und Violine f\u00e4llt etwas aus diesem Rahmen. Es zeigt Hefti als geschickt agierenden Verfasser von ruhig fliessenden Dialogen, die eher an Minimal Music als den ihm sonst naheliegenden musikalischen Expressionismus gemahnt.<\/p>\n<p> Das Herzst\u00fcck der CD ist aber zweifelsohne \u00abTenet\u00bb, das Hefti als dritten Teil seines f\u00fcnfteiligen Sator-Zyklus&#8216; ausweist. Es handelt sich um einen Liederzyklus f\u00fcr Sopran (eine brillante Sylvia Nopper) und Ensemble (Z\u00fcrcher Kammerensemble unter Leitung des Komponisten). \u00abTenet\u00bb ist im Auftrag der Schweizer Thyll-D\u00fcrr-Stiftung f\u00fcr das brasilianische Ensemble Mentemanuque geschrieben worden und ist ein echter Wurf. Der Zyklus \u00fcberzeugt sowohl dank hoher formaler Geschlossenheit als auch der Meisterschaft in der klanglichen Umsetzung der zugrunde liegenden Gedichte Else Lasker-Sch\u00fclers. Zahlreiche orchestrale Farben erweitern den expressiven Orchesterklang in die Extreme von Dynamik, Tonumfang und Klanglichkeit. Letztere scheint phasenweise Assoziationen an elektroakustische Musik oder die Musique Spectrale G\u00e9rard Griseys zu wecken und von der Singstimme als eine Art Cantus firmus zu einem stimmigen Ganzen gefasst zu werden.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>cf<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">David Philip Hefti: Tenet \/ Schattenklang \/ Mondschatten \/ O, star! II \/Miroirs. Mit Rahel Cunz, Lars Miekusch, Sylvia Nopper, Jacqueline Ott, Oliver Schnyder, Stefan T\u00f6nz, Z\u00fcrcher Kammerensemble, David Philip Hefti (Leitung), Aufnahmen vom April und Oktober 2006 im Radiostudio Z\u00fcrich, Telos Music Records TLS 126, Bezugsquelle: <a href=\"http:\/\/www.davidphiliphefti.com\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.davidphiliphefti.com<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.12.2007 &#8212; David Philip Hefti geh\u00f6rt zweifelsohne zu den grossen Talenten der j\u00fcngeren Schweizer Komponistengeneration. 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