| «im Gespräch» vom 20.10.2006 | |
| Für einen begeisterten Rockmusiker, der ich seit meinem 12. Lebensjahr bin, waren Dowlands Lieder seit ich 16 war eine Dimension der Liedkunst, die mich nie losgelassen hat.
Um so mehr hatte mich – nachdem ich Stings lesenwerte Autobiographie gelesen hatte – erstaunt, wie wenig Sting über den grossen Lautenisten wusste. Mich selbst, als Amateur, hatten die virtuosen Interpretationen von Olaf van Gonissen und Michael Teuchert angestiftet, Dowlands Musik zu spielen. Abgesehen von den neuen Welten, die es erschloss, entstand ein lebenslanges Reportoire, das – wie vor wenigen Wochen in den Arkaden von Nizza – gut für ein schnelles Ständchen für die Liebste mit einem namenlosen Lautenisten war. Die Interpretation Stings aber erfüllt alle Erwartungen des Rockmusikers, enttäuscht aber den Dowland-Kenner. Der grosse wichtige Schritt dieser Aufnahme ist es, die Schatztruhe geöffnet zu haben, deren Schlüssel nicht in den Backstage-Bereichen lag, sondern in etwas staubigen Notenläden älterer Damen und Herren. Die Verknüpfung mit dem grossen Namen wird andere nachfolgen lassen, dieses Balladenwerk für die heutigen Hörgewohnheiten zu erschliessen. Nur Sting konnte Dowland aufnehmen und Gehör finden. Das ist ein bemerkenswerter Verdienst eines – ich bitte um Entschuldigung – zeitbedingt populären Kleinmeisters, der die Grösse eines Grossmeisters erkannt und anerkannt hat. Dafür verdienen Sting und der wunderbar spielende Karamazow Dank und Anerkennung. |
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| Jörg Scholz 65428 Rüsselsheim |
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