| CD-Rezension vom 19.12.2008 | |
| Zitat: «Beide ‚Gesamtaufnahmen‘ ignorieren hingegen einen Rekonstruktionsversuch [= RV 312R] eines weiteren Blockflötenkonzertes, den der Musikwissenschaftler Jean Cassignol vor einigen Jahren unternommen hat.»
Auf dem Palimpsest des authentischen dreisätzigen Violinkonzertes RV 312 ist die ausgestrichene Skizze eines Ur-Flautinokonzertes im 1.Satz erhalten geblieben, die wohl von einem unbekannten Solisten der Jahre 1728–1729 für unspielbar gehalten wurde und Vivaldi dazu führte, neue Soloteile für eine violino principale zu schreiben. Vivaldi verfügte vermutlich nicht über hervorragende Blockflötisten wie Dorothee Oberlinger oder Sébastien Marq, die mein rekonstruiertes Konzert auf CD eingespielt haben (D. Oberlinger, Marc Aurel/Raumklang – MA20015; S. Marq, Naïve – OP30371 – sehr beliebt in Frankreich!). Es ist durchaus angebracht, bizarri – weil flautinogefärbt – geigentechnische Spielfiguren aufzulisten, die in der definitiven Violinfassung vorhanden sind. Einige Indizien deuten aber mit Sicherheit darauf, dass die zwei ersten Sätze für einen Flautino konzipiert wurden und von Vivaldi nur teilweise für die Violine geändert wurden, indem er sie vielleicht von einem ersten, heute verlorenen Manuskript abschrieb. Dies alles wird in einer künftigen Edition von RV 312R dargelegt werden. |
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| Jean Cassignol Paris Rekonstrukteur des Konzertes RV 312R 19.04.2009 |
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