| Nachricht vom 01.07.2009 | |
| Es gibt keinen Beweis einer Beziehung zwischen Beethoven und Elisabeth Röckel (damals schon verheiratete Hummel), die über eine lose Bekanntschaft hinausgeht. Im Wien des frühen 19. Jahrhunderts nannte sich jede Elisabeth «Elise». Das entsprach der damaligen Mode. Jede Caroline nannte sich «Charlotte» und jede Aloysia «Louise».
Herr Kopitz selbst fand im «Archiv des Wiener Stephansdoms» (das es unter dieser seltsamen Bezeichnung gar nicht gibt) nichts, denn er hat dieses persönlich nie betreten. Das von ihm veröffentlichte Datum der Taufe von Hummels Sohn Eduard im Jahr 1814 ist ausserdem falsch. Das Klavierstück «Für Elise» erhielt seinen Namen im Jahr 1865 vom deutschen Beethoven-Forscher Ludwig Nohl, der das Autograph bei einer gewissen Babette Bredl in München fand und es abschreiben durfte. Da das Manuskript verschollen ist, wissen wir bis heute nicht, dass der Titel «Für Elise» korrekt ist. Babette Bredl besass noch weitere Beethoven-Stücke in der Handschrift von Beethovens Freundin Therese Malfatti, weswegen es sehr wahrscheinlich ist, dass der Titel von Nohl falsch abgeschrieben wurde und eigentlich «Für Therese» lautete. Beethoven hatte im Jahr 1810 die Absicht Therese Malfatti zu heiraten. Daraus wurde aber nichts, da er als Nicht-Adeliger keine standesgemässe Partie war. Dass Therese Malfatti diese «Elise» war, galt nie als ausgemacht, es ist nur die plausibelste aller Erklärungen. Kopitz agiert nur mit Wunschdenken. In seiner Begeisterung dichtet er Therese Malfatti sogar einen nicht existenten Bruder namens «Franz Mora-Malfatti» an, obwohl diese aus Italien stammende Person mit Therese absolut nichts zu tun hatte. Und Kopitz kann vor allem nicht erklären, wie das Autograph von «Für Elise» noch zu Lebzeiten Elisabeth Hummels nach München kam. Frau Hummel in Weimar behielt Beethovens Haarlocke, verschenkte aber das wertvolle Notenblatt schon 20 Jahre vor ihrem Tod? Das ist absurd und reicht bestenfalls für eine kuriose Zeitungsmeldung, aber nicht für den Beweis eines historischen Faktums. Eine Beziehung zwischen Frau Hummel (Röckel) und Frau Bredl kann Kopitz nicht herstellen und alle seine Überlegungen zu dieser Frage triefen von Unwissenschaftlichkeit. Die plausibelste Erklärung ist, dass das Notenblatt zwischen 1851 und 1865 im Besitz des Pianisten Rudolf Schachner nach München kam, dem Therese von Droßdik (geb. Malfatti von Rohrenbach zu Dezza) im Jahr 1851 ihre Musikalien und ihr Klavier hinterlassen hatte. |
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| Michael Lorenz Wien |
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