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Berner tüfteln an Kontrabassklarinette

28.04.2014 — Die Hochschule der Künste Bern (HKB) und das Departement Technik der Berner Fachhochschule planen einen serienreifen Prototypen einer neuen Kontrabassklarinette. Weitere HKB-Projekte beschäftigen sich  unter anderem mit historischen Aufnahmen aus dem Schönberg-Kreis und Beethoven-Interpretationen.

28.04.2014 — Die Hochschule der Künste Bern (HKB) und das Departement Technik der Berner Fachhochschule planen einen serienreifen Prototypen einer neuen Kontrabassklarinette. Weitere HKB-Projekte beschäftigen sich unter anderem mit historischen Aufnahmen aus dem Schönberg-Kreis und Beethoven-Interpretationen.

 

Die KTI (Kommission für Technologie und Innovation ddes Bundes) hat zur Kontrabassklarinette ein interdisziplinär angelegtes Projekt bewilligt. Industriepartner ist die Firma Segelke+Partners GmbH. Das Projekt basiert auf einem von der Berner Fachhochschule finanzierten Entwicklungsprojekt mit dem Titel «Contrabassclarinet Unlimited» (2013-14).

 

Die neue Kontrabassklarinette soll die mangelnde klangliche und technische Qualität des Instrumentes überwinden, und zwar unter einer radikal neuen Prämisse: Durch die Ersetzung der traditionellen Mechanik mittels sensorisch-dynamischer Tasten und Motorklappen sind keine Kompromisse hinsichtlich der Setzung der Tonlöcher mehr nötig. Klang und Intonation sollen dadurch markant verbessert und neue Schnittstellen für Komponisten und Interpreten, ja selbst für Medien-Kunst geschaffen werden, schreibt die HKB. Das Projekt von Ernesto Molinari wird durch Roman Brotbeck geleitet.

 

Die HKB ist überdies eingeladen worden, beim EU-Projekt «Experimentation versus Interpretation: Exploring New Paths in Music Performance in the Twenty-First Century» des European Research Council & Orpheus Institute, Ghent, teilzunehmen. SNF-Förderungsprofessor Kai Köpp wird dabei als ständiger Experte wirken und sich mit einer Untersuchung von historischen Aufnahmen aus dem Schönberg-Kreis beteiligen.

 

Wie das lange 19. Jahrhundert Beethovens Klavierwerk rezipierte, erforscht ein neues Projekt des Schweizerischen Nationalfonds, das von Thomas Gartmann, dem Forschungsleiter der HKB, erfolgreich eingegeben wurde: Von beiden Enden her untersuchen zwei eng verzahnte Dissertationen, wie sich nach Beethovens Tod interpretatorische Praktiken verändert und weiterentwickelt haben und damit zu einem massgeblichen Teil noch heute unser heutiges Beethoven-Bild prägen.

 

Leonardo Miucci geht dabei von Ignaz Moscheles’ Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und Klavierschulen aus und vergleicht dazu die beiden grossen Beethoven-Editionen, die er in den 1830er Jahren für den englischen und zwanzig Jahre später für den deutschen Markt anfertigte. Manuel Bärtsch wertet Aufnahmen mit Welte-Mignon-Rollen und frühe akustische Einspielungen aus und kontextualisiert sie historisch wie ästhetisch.

Im Fokus beider Studien, die im Rahmen der Graduate School of the Arts erarbeitet werden, stehen Artikulation, Dynamik, Agogik, Pedalisierung, (Umsetzung von) Vortragsbezeichnungen, Tempo und Metronomisierung.

 

Tobias Pfleger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der HKB, hat an der Hochschule für Musik Karlsruhe mit der Dissertation «Entschlackte Romantik? Die Sinfonien von Robert Schumann in den Interpretationen historisch informierter Aufführungspraxis» mit dem Prädikat summa cum laude promoviert. (cf)

 

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