12.05.2014 — Die Musikphysiologen Shinichi Furuya und Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover haben gemeinsam mit den Neurophysiologen Walter Paulus und Michael Nitsche von der Universität Göttingen eine neue Behandlungsmethode für Dystonie entwickelt.
12.05.2014 — Die Musikphysiologen Shinichi Furuya und Eckart Altenmüller von der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover haben gemeinsam mit den Neurophysiologen Walter Paulus und Michael Nitsche von der Universität Göttingen eine neue Behandlungsmethode für Dystonie entwickelt.
Der sogenannte Muskerkrampf ist bislang mit regelmässigen Botulinum-Toxin-Injektionen in die krampfenden Muskeln oder mit einem sehr zeitaufwändigen Trainingsprogramm behandelt worden. Die neue Methode aus Hannover und Göttingen hemmt mit leichten Strömen die für die kranke Hand zuständige motorische Hirnrinde, um die Signale des Krampfes zu dämpfen.
Auf der anderen Hirnhälfte werden die motorischen Steuerzentren für die gesunde Hand aktiviert. Dadurch wird das gesunde Steuersignal über den Balken, die mächtige Verbindung zwischen beiden Hirnhälften, auf die erkrankte Seite übertragen. Während der Hirnstimulation führen die betroffenen Pianisten spiegelbildliche Fingerübungen mit beiden Händen am Klavier für etwa 20 Minuten durch. Dadurch kommt es zur Kopie des gesunden Bewegungsmusters auf die kranke Hirnhälfte.
Die Ergebnisse der Methode seien überzeugend, schreibt die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover: Schon nach der ersten Stimulation habe sich die Fingerkontrolle eines Patienten dramatisch gebessert und der Heileffekt sei über vier Tage bestehen geblieben. Das Team will die Methode nun auf andere Instrumentalisten mit Hand-Dystonien übertragen und Langzeitstudien mit wiederholten Stimulationen durchführen. (cf)