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Schwangere reagieren stärker auf Musik

23.05.2014 — Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben herausgefunden, dass Schwangere Musik zwar als ähnlich angenehm oder unangenehm wie Nichtschwangere bewerten. Als Folge steigt oder sinkt ihr Blutdruck jedoch deutlich stärker.

23.05.2014 — Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben herausgefunden, dass Schwangere Musik zwar als ähnlich angenehm oder unangenehm wie Nichtschwangere bewerten. Als Folge steigt oder sinkt ihr Blutdruck jedoch deutlich stärker.

 

Für ihre Studie spielten die Max-Planck-Forscher Probandinnen kurze Musiksequenzen von 10 oder 30 Sekunden Dauer vor. Sie veränderten die Passagen und spielten sie rückwärts ab oder bauten Dissonanzen ein. Dadurch entstellten sie die ursprünglich heiteren Instrumentalstücke und machten das Zuhören weniger angenehm.

 

Die Schwangeren und Nichtschwangeren bewerteten die Musikstücke ganz ähnlich: Die dissonant rückwärts gespielten Stücke wurden von beiden Gruppen als besonders unangenehm empfunden, die harmonische Originalversion am angenehmsten. Der Blutdruck unterschied sich jedoch deutlich: Vorwärts abgespielte, dissonante Musik senkte den Blutdruck besonders stark, während rückwärts dissonante Musik nach 10 Sekunden zu einem höheren, nach 30 Sekunden zu einem niedrigeren Blutdruck führte.

 

Unangenehme Musik erhöhe also nicht wie andere Stressfaktoren generell den Blutdruck, erklärt Tom Fritz vom Leipziger Max-Planck-Institut. Die Antwort des Körpers sei vielmehr genauso dynamisch wie die Musik selbst. Den Ergebnissen zufolge ist Musik für Schwangere jedoch ein ganz besonderer Reiz, auf den sie stark reagieren.Das hatten die Forscher nicht erwartet, denn frühere Studien hatten gezeigt, dass Schwangere vergleichsweise unempfindlich für Sinnesreize sind.

 

Originalpublikation:
Thomas Hans Fritz , Marian Ciupek, Ambika Kirkland, Klas Ihme, Anika Guha, Jana Hoyer, Arno Villringer:
«Enhanced response to music in pregnancy», Psychophysiology, 19. Mai 2014

 

 

 

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