11.08.2014 — Peter Sculthorpe, einer der markantesten australischen Kompnisten des 20. Jahrhunderts, ist im Alter von 85 Jahren, in Woollahra, New South Wales,verstorben.
11.08.2014 — Peter Sculthorpe, einer der markantesten australischen Kompnisten des 20. Jahrhunderts, ist im Alter von 85 Jahren, in Woollahra, New South Wales,verstorben.
Der 1929 in Tasmanien geborene Sculthorpe studierte in Grossbritannien bei Edmund Rubbra und Egon Welles und amtete von 1963 bis zu seiner Emeritierung als Kompositionslehrer an der University of Sydney. 1977 wurde er als Officer of the British Empire ausgezeichnet, 1990 als Officer of the Order of Australia. 1997 wählte ihn der National Trust of Australia zu einem der 100 Australia’s Living National Treasures.
Sculthorpes Ehrgeiz war es, eine Art australischen oder ostasiatischen Regionalstil zu entwickeln, der sich nicht primär als Weiterentwicklung oder Reverenz an die europäische Tradition verstand, sondern die Klangwelten seiner Heimat reflektierte. Darunter gehören neben der Musik der Aborigines, deren Sprache der Abkömmling europäischer Auswanderer sprach (er arbeitete sogar an einem entsprechenden Wörterbuch) auch die Gamelans von Java und Bali oder die Traditionen Japans.
Den auffallend melancholischen Ausdruck vieler seiner Kompositionen führte Sculthorpe überdies auf das koloniale Erbe zurück. Den ersten Siedlern sei Australien sicherlich kauzig, monoton, steril und feindlich vorgekommen, meinte er einmal. Selbst Charles Darwin habe Bemerkungen über die desolate und schmucklose Erscheinung der Wälder gemacht. (cf)