07.1.2014 – Du sitzt im Saal eines Arthouse-Kinos, noch kaum jemand ist da, es läuft irgend so ein Studiofilm eines iranischen, georgischen, chilenischen oder nigerianischen Regisseurs. Die noch meist leeren roten Plüschsofas wirken ebenso gedämpft wie das Licht ‒ und aus Lautsprechern tönt da leise und diskret diese Musik, gezupfte, gestrichene Klänge, gelenkige Perkussion, farbig, zugänglich, unaufdringlich, intelligent und berührend. Patterngetriebene Grooves, elegante Soli, Klangmixturen lösen sich ab. Woher mag sie stammen? Die Perkussion könnte auf Nahen und Mittleren Osten hindeuten, das Cello, das offensichtlich mittut, auf lateinamerikanische Ursprünge, es hat ‒ vor allem in Brasilien ‒ in Pop und Jazz einen festen Platz. Du googlest im gedimmten Licht auf deinem Smartphone potentielle Spieler … Jaques Morelenbaum? Ana Maza? Auch eine Geige identifizierst du, Gitarre, Klänge eines afrikanischen Daumenklaviers, einen Bass…
07.1.2014 – Du sitzt im Saal eines Arthouse-Kinos, noch kaum jemand ist da, es läuft irgend so ein Studiofilm eines iranischen, georgischen, chilenischen oder nigerianischen Regisseurs. Die noch meist leeren roten Plüschsofas wirken ebenso gedämpft wie das Licht ‒ und aus Lautsprechern tönt da leise und diskret diese Musik, gezupfte, gestrichene Klänge, gelenkige Perkussion, farbig, zugänglich, unaufdringlich, intelligent und berührend. Patterngetriebene Grooves, elegante Soli, Klangmixturen lösen sich ab. Woher mag sie stammen? Die Perkussion könnte auf Nahen und Mittleren Osten hindeuten, das Cello, das offensichtlich mittut, auf lateinamerikanische Ursprünge, es hat ‒ vor allem in Brasilien ‒ in Pop und Jazz einen festen Platz. Du googlest im gedimmten Licht auf deinem Smartphone potentielle Spieler … Jaques Morelenbaum? Ana Maza? Auch eine Geige identifizierst du, Gitarre, Klänge eines afrikanischen Daumenklaviers, einen Bass…
Die Musik stammt vom Schweizer Bassisten Rätus Flisch. Er setzt sich immer mal wieder gerne zusammen mit dem polnischen Geiger Adam Taubitz, einem Mitglied der Berliner Philharmoniker, und dem Cellisten Daniel Pezzotti, der in den Zürcher Opernorchestern spielt und in der Barockmusik genauso zuhause ist wie in der MPB (Musica Popular Brasileira) oder der freien Improvisation. Zu ihnen gesellt sich für das Projekt «World of Strings» der österreichische Weltmusik-Perkussionist Claudio Spieler und der Gitarrist Michael Bucher, der auch die Kalimba- und Harmonika-Klänge beisteuert.
Ihre CD «Pyhä» tönt für zentraleuropäische Projekt-Ensembles aus Jazz und Weltmusik untypisch unverkopft, charmant und unbeschwert. Kompakt im Klang, dennoch transparent, stimmungsvoll und unterhaltsam kommt sie daher. Dem Ensemble wünschte man eine etwas längere Existenz als die übliche, in der Regel allzukurze Halbwertszeit solcher Projektgruppen. Aus dem ersten gelungenen Wurf könnte bei dem Potential durchaus etwas Stilbildendes entstehen, das auch ein breites Publikum ansprechen könnte. (wb)
Info: World of Strings: Pyhä, Musiques Suisses, MGB Jazz 14.
Bezugsquelle : www.musiques-suisses.ch/en/World-of-Strings/Pyhae/id/607