Drücke „Enter”, um zum Inhalt zu springen.

Feuchtes Klima befördert melodiöse Sprachen

22.01.2015 — Ein internationales Forscherteam, darunter Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Psycholinguistik, evolutionäre Anthropologie und Mathematik in den Naturwissenschaften, hat den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Evolution von Sprachen untersucht. Sprachen mit vielfältigen Tonhöhen kommen eher in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit vor.

22.01.2015 — Ein internationales Forscherteam, darunter Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Psycholinguistik, evolutionäre Anthropologie und Mathematik in den Naturwissenschaften, hat den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Evolution von Sprachen untersucht. Sprachen mit vielfältigen Tonhöhen kommen eher in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit vor.

 

Sprachen mit einfacheren Betonungen gibt es dagegen vor allem in trockenen Gebieten. Im vergleichsweise trockenen Mitteleuropa sind denn auch keine Tonsprachen wie in den Tropen und Subtropen Asiens und Zentralafrikas entstanden. Grund dafür ist, dass die Stimmlippen eine feuchte Umgebung brauchen, um den richtigen Ton zu treffen. Schon die vorübergehende Erhöhung der Luftfeuchtigkeit wirkt sich auf die Stimmlippen aus: Die Feuchtigkeit hält die Schleimhäute feucht und macht diese elastischer. Zudem verändert sie den Ionenhaushalt innerhalb der Stimmlippenschleimhäute. Bei guter Befeuchtung können die Stimmlippen dadurch ausreichend schwingen und den richtigen Ton treffen.

 

Die Forscher vermuteten deshalb, dass sich Tonsprachen seltener in trockenen Regionen entwickeln, da variantenreiche Tonhöhen unter diesen Bedingungen schwerer zu produzieren sind und leichter zu Missverständnissen führen. Die Forscher haben den Zusammenhang zwischen Feuchtigkeit und der Bedeutung der Tonhöhe an über 3750 Sprachen aus unterschiedlichen Sprachfamilien untersucht. (cf)

Originalpublikation:
Caleb Everett, Damián E. Blasi, and Seán G. Roberts
Climate, vocal folds, and tonal languages: Connecting the physiological and geographic dots
PNAS, 19. Januar 2015

Schreibe einen Kommentar