26.03.2015 — An Mythen rütteln ist schwierig. Der Deutsche Musikinstrumentenpreis tut es trotzdem und setzt mit der Prämierung einer Kohlefaser-Violine ein Zeichen gegen die notorische Verklärung der historischen Geigen.
26.03.2015 — An Mythen rütteln ist schwierig. Der Deutsche Musikinstrumentenpreis tut es trotzdem und setzt mit der Prämierung einer Kohlefaser-Violine ein Zeichen gegen die notorische Verklärung der historischen Geigen.
Die Carbonvioline Design Line des Herstellers mezzo-forte Streichinstrumente überzeugte die Jury besonders durch «die innovative Umsetzung der Grundidee, die sehr angenehmen Klangeigenschaften und das hervorragende Preis-/Leistungsverhältnis». Mezzo-forte Streichinstrumente wurde 2002 im westfälischen Werther gegründet und konzentriert sich seit 2012 voll und ganz auf die Entwicklung und Herstellung von Instrumenten aus Kohlefaser.
Sozusagen zum Ausgleich bestimmte die Jury als zweiten Preisträger der Kategorie eine Guarneri des Geigenbauers Andeas Haensel aus dem oberfränkischen Kleinsedelbach. Haensel stellt sowohl detailgetreue Kopien alter Meister als auch nach eigenen Entwürfen entstandene Modelle her.
In der Kategorie b-Trompete setzte sich das Modell T 053/B-L Professional der Manufaktur Ricco Kühn Metallblasinstrumentenbau aus dem sächsischen Oederan gegen seine Mitbewerber durch. Die Preisrichter loben das Siegermodell als «überaus gelungenes Instrument, das in allen Kriterien – sei es Klang, Ansprache, Stimmung oder Spielbarkeit – auf die vollste Anerkennung» stiess. (cf)