29.01.2016 — Der dänische Komponist Per Nørgård wird mit dem mit 250’000 Euro hochdotierten Ernst von Siemens Musikpreis geehrt. Der Tonschöpfer hat sich in seinen Werken nicht zuletzt vom schizophrenen Schweizer Künstler Adolf Wölfli inspirieren lassen.
29.01.2016 — Der dänische Komponist Per Nørgård wird mit dem mit 250’000 Euro hochdotierten Ernst von Siemens Musikpreis geehrt. Der Tonschöpfer hat sich in seinen Werken nicht zuletzt vom schizophrenen Schweizer Künstler Adolf Wölfli inspirieren lassen.
Der 1932 geborene Nørgård gilt als herausragendster dänischer Komponist nach Carl Nielsen. Sein Studium absolvierte er beim dänischen Komponisten Vagn Holmboe, an der Königlich Dänischen Musikakademie sowie bei Nadja Boulanger in Paris.
Nach der Arbeit an seiner dritten Sinfonie (1974) entdeckt Nørgård das Werk Adolf Wölfli, das in seiner Musik das Irrationale, den Konflikt und die Instabilität wiederaufleben lässt – «nicht in Form einer Fragmentierung oder Ambiguität, die viele seiner Kompositionen aus den zehn Jahren zuvor prägt, sondern als zwangsläufiger Gegenpart einer universellen Ordnung», wie die Siemens Musikstiftung schreibt..
Dies zeige sich schon am Titel der vierten Sinfonie (1981), «Indischer Roosengaarten und Chineesischer Hexensee», und durchdringe auch die Oper «Der göttliche Tivoli» (1982), in der die Kunst als Seifenblase dargestellt werde, die zwischen Wahrheit und Täuschung zerplatze. (cf)