25.04.2016 — Laut einer Medienmitteilung der Dresdner Sinfoniker hat die ständige Vertretung der Türkei bei der Europäischen Union von der EU-Kommission die Einstellung der Unterstützung eines Konzertprojekts verlangt, das den Genozid an den Armeniern thematisiert.
25.04.2016 — Laut einer Medienmitteilung der Dresdner Sinfoniker hat die ständige Vertretung der Türkei bei der Europäischen Union von der EU-Kommission die Einstellung der Unterstützung eines Konzertprojekts verlangt, das den Genozid an den Armeniern thematisiert.
Das Ziel des Projektes «aghet – ağıt» ist das gemeinsame Gedenken und die Versöhnung über die damaligen Geschehnisse – durch die Zusammenarbeit von deutschen, türkischen und armenischen Musikern und Komponisten. Die EU‐Kommission und die Exekutivagentur für Bildung, Audiovisuelles und Kultur (EACEA) kamen der Forderung nicht nach.
Eine hochrangige Quelle aus der EU-‐Kommission habe allerdings bestätigt, dass man dem Verlangen der türkischen Botschaft, die Projektbeschreibung von der Website der EU‐Kommission zu nehmen, nachgekommen sei, schreiben die Dresdner Sinfoniker. Hintergrund soll die Überarbeitung und «Entschärfung» der Formulierung sein. Es sei aber bestätigt worden, dass die Kommission und die EACEA voll und ganz hinter dem Projekt stünden.
Die Dresdner Sinfoniker hätten schon 2014 mit einem andern Projekt die Erfahrung gemacht, dass allein die Benennung des Genozids genüge, um die türkische Regierung auf den Plan zu rufen, heisst es in der Medienmitteilung. Damals hätten das türkische Ministerium für Tourismus und Kultur und die aserbaidschanische Botschaft unmittelbar vor der Premiere ihre Unterstützung zurück gezogen, zitiert die Mitteilung Markus Rindt, den Intendanten der Dresdner Sinfoniker. (cf)