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20 Jahre Basisarbeit

Das 15. Symposium der SMM in den Räumen der Zürcher Hochschule der Künste war zugleich Jubiläum des 20-jährigen Bestehens des Gesellschaft. Zum Leitmotiv wurde die Balance aus Emotion und Kognition in der Musik.

 

Die SMM-Pioniere Sylvia Schwarzenbach, Pia Bucher und Beat Vollmar mit der aktuellen
Präsidentin Martina Berchtold-Neumann (v.l.n.r.). (Bild: SMM) 

 

SMM – «Mentales Training für Musiker – Interdisziplinäre Impulse» lautete das Thema des gutbesuchten 15. Symposiums der Schweizerischen Gesellschaft für-Medizin (SMM), das am Samstag, dem 28. Oktober, in den Räumlichkeiten der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) durchgeführt wurde. Geleitet und moderiert wurde das Symposium von der Präsidentin der SMM, Martina Berchtold.

 

Die Mitgründerin und Ehrenpräsidentin Pia Bucher blickte aus Anlass des Jubiläums auf die zurückliegenden zwanzig Jahre Basisarbeit zurück. Den Ausgangspunkt bildete nach der Gründung zunächst viel Aufklärungsarbeit. Die Mitglieder hielten Fachvorträge an Musikhochschulen und boten Weiterbildungskurse für Betroffene an. Das Angebot ergänzten bald einmal jährliche Symposien und eine interdisziplinäre Sprechstunde. Als unschätzbar erwies sich dabei die Unterstützung der Schweizerischen Interpretenstiftung SIS.

 

Horst Hildebrandt, Mitbegründer des seit 2006 bestehenden Schweizerischen Hochschulzentrums für Musikphysiologie, zeigte auf, welche grossen Fortschritte die Musikermedizin in der Schweiz seit der Gründung der SMM gemacht hat und welche Pionierrolle die SMM als basisnahe, niederschwellige Anlaufstelle dabei gespielt hat. Er wies auch auf eine für die institutionelle Musikermedizin nach wie vor herausfordernde Eigenheit der Musikwelt hin: Immer noch ziehen es viele Musikerinnen und Musiker vor, eine der unzähligen alternativen Therapieformen in Anspruch zu nehmen. Die akademischen Angebote werden eher zögerlich akzeptiert. Die Bedeutung der Selbsthilfekonzepte für Berufsmusiker und Amateure, so Hildebrandt weiter, werde immer deutlicher erkannt. Dies gelte für physische wie auch psychosomatische  Belastungen. Die Aktivierung individueller psychophysischer Ressourcen spiele bei der Gesundheitsförderung und beim konstruktiven Umgang mit berufsspezifischen Belastungen eine wachsende Rolle. Eine künftige Herausforderug dürfte es deshalb sein, für die unbestrittenen Fortschritte der Schulmedizin vermehrt Vertrauensarbeit zu leisten und diese sinnvoll im Mix der Therapieangebote zu positionieren.

 

Die Ärztin Giovanna Eilers ist Trainerin für das sogenannte Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) , ein vom Psychotherapeuten Frank Krause und der Psychologin Maja Storch für die Universität Zürich entwickeltes Selbstmanagement-Training. Eilers sprang als Referentin äusserst kurzfristig für die erkrankte Maja Storch ein. Sie zeigte auf, wie Storch das Spannungsfeld zwischen unterbewussten Emotionen, die vom Stammhirn gesteuert werden, und kognitiv reflektierten, bewussten Entscheidprozessen in «Motto-Ziele» kleidet.

 

Das ZRM erläuterte Eilers in einem Workshop etwas detaillierter. Sie zeigte dabei auf, wie ein individuell gewähltes Bild es möglich macht, Kräfte zur Verwirklichung eigener Projekte zu mobilisieren. Es weist den Weg zu einer inneren Haltung, die es erlaubt, auch unter Anspannungen im Einklang mit sich selber zu bleiben. Die innere Haltung, so Eilers weiter, sei zentral für das Gelingen schwieriger Situationen.

 

Mit dem Widerstreit zwischen Denken und Fühlen  beschäftigte sich auch der Innsbrucker  Mentalcoach Reinhold Bartl, der als Trainer österreichischer Spitzensportler auch eine Brücke zwischen den Hochleistungswelten von Sport und Kultur schlägt. In sehr humorvoller Weise wies er  darauf hin, dass gute Vorsätze oder Änderungsimpulse nur Wirkung haben, wenn die elementare Motivation stimmt und Herz und Verstand versöhnt werden.

 

Markus Weber, Zentrumsleiter Muskelzentrum am Kantonsspital St. Gallen, zeigte schliesslich aus neurologischer Sicht auf, dass Musizieren eine der komplexesten Leistungen des menschlichen Gehirns darstellt. Es integriert Gedächtnis, Planungsfähigkeit, Exekutivfunktion und stetes Überprüfen der Ausführung.

 

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