18.05.2018 — Ein Team der Uni Oldenburg zeigt mit einer Übersichtsstudie, dass gezielt eingesetzte Musik Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen, auch solchen in einem Koma oder Wachkoma, helfen kann.
18.05.2018 — Ein Team der Uni Oldenburg zeigt mit einer Übersichtsstudie, dass gezielt eingesetzte Musik Patienten mit schweren Bewusstseinsstörungen, auch solchen in einem Koma oder Wachkoma, helfen kann.
Um die Lebensqualität von Komapatienten zu verbessern, wird ihnen häufig Musik zugespielt, die sie in ihrem früheren Leben gerne mochten. Manchmal kommen auch verschiedene Formen von Musiktherapie zum Einsatz, bei denen ein Therapeut singt oder Rhythmen und Melodien an den Atemrhythmus des Patienten anpasst.
Die Musikwissenschaftler Teresa Grimm und Gunter Kreutz werteten dazu insgesamt 22 Studien aus, die zum grössten Teil in den letzten zehn Jahren erschienen und insgesamt 329 Patienten einschlossen. Das Ergebnis: Musikinterventionen und Musiktherapien ziehen häufig positive Effekte nach sich. Die Patienten blinzeln zum Beispiel häufiger mit den Augen, verändern ihren Gesichtsausdruck oder atmen tiefer. Bei einigen verändert sich der Herzschlag. In einzelnen Studien wurden auch verstärkte Gehirnaktivitäten beobachtet.
Die beiden Wissenschaftler konnten alllerdings nicht eingrenzen, ob in den Studien etwa bestimmte Eigenschaften der Musikstücke oder eher biografische Faktoren für die positive Wirkung der Musik verantwortlich waren. Musikbasierte Therapien und Interventionen bleiben ihrer Überzeugung nach aufgrund ihrer hohen Sicherheit und relativen Nebenwirkungsfreiheit aber ein wichtiger Baustein in der Lebensbegleitung von Menschen mit Bewusstseinsstörungen.
Originalartikel:
Teresa Grimm & Gunter Kreutz (2018): Music interventions in disorders of consciousness (DOC) – a systematic review, Brain Injury, 32(6), 704-714, DOI: 10.1080/02699052.2018.1451657