18.09.2018 — Aus der Forschung bereits bekannt ist, dass gemittelte Gesichter gegenüber Individualgesichtern als attraktiver bewertet werden. Eine Studie aus der Arbeitsgruppe des Hannoveraner Musikpsychologen Reinhard Kopiez zeigt nun, dass Hörer auch die durchschnittliche Interpretation eines Musikstücks tendenziell am besten bewerten.
18.09.2018 — Aus der Forschung bereits bekannt ist, dass gemittelte Gesichter gegenüber Individualgesichtern als attraktiver bewertet werden. Eine Studie aus der Arbeitsgruppe des Hannoveraner Musikpsychologen Reinhard Kopiez zeigt nun, dass Hörer auch die durchschnittliche Interpretation eines Musikstücks tendenziell am besten bewerten.
Der amerikanische Musikpsychologe Bruno Repp übertrug 1997 den Ansatz auf die Kunst der musikalischen Interpretation und veröffentlichte eine Studie, in der Hörerinnen und Hörer zehn Individualinterpretationen von Schumanns «Träumerei» im Vergleich zu einer computertechnisch gemittelten elften Version ästhetisch beurteilten. Die Durchschnittsversion wurde als genauso gut wie die beste Individualinterpretation bewertet.
In einer Online-Replikationsstudie und unter Verwendung der originalen MIDI-Dateien von Repp beurteilten 205 Hörerinnen und Hörer im Blindtest vier Aufnahmen von Schumanns «Träumerei» im Hinblick auf Merkmale wie musikalischer Ausdruck, Tempo, Dynamik oder Gesamtqualität auf einer mehrstufigen Skala. In der statistischen Analyse setzte sich kulturübergreifend noch deutlicher als bei Repp die Durchschnittsversion gegenüber allen Individual-Interpretationen durch. (cf)
Originalartikel:
Tendency towards the average? The aesthetic evaluation of a quantitatively average music performance: A successful replication of Repp’s (1997) study. (https://doi.org/10.1525/MP.2018.36.1.98)