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Erika Stuckys «Lovebites»

29.10.2003 — Erika Stucky hat die ersten Jahre ihres Lebens im Flower-Power-Kalifornien verbracht, und übersiedelte dann mit ihren schweizerischen Eltern in ein kleines Bergdorf im Schweizer Kanton Wallis – laut Selbstdarstellung der Sängerin ist dieser Kulturschock eines der Erlebnisse, das sie künstlerisch nachhaltig geprägt hat. Die Lehrjahre verbrachte sie wiederum an der C.I.M. Jazzschule in Paris und in einer Schauspielausbildung am State College in San Francisco. Ihre musikalische Entwicklung spielt sich in Kleinformationen im Dunstkreis von Jazz und Kabarett ab, die Namen wie The Sophisticrats, Bubble-Town oder Mrs Bubble & Bones tragen (letzteres ein Trio mit zwei Blechbläsern). Zwischendurch tourt Erika Stucky auch mit den Jazzgrössen George Gruntz und Dino Saluzzi oder der ebenfalls aus dem Wallis stammenden Popsängerin Sina.

«Lovebites» ist ein amüsantes, sehr weibliches und hocherotisches Album, das mit der Widmung «to all my lovers (ex- and to be…)» versehen ist. Die Nummern sind in der Regel vierschichtige klangliche Kammermusikgebilde aus der Stimme der Sängerin, einmontierten Hintergrundstimmen, einmontierten Klänge und einer reduzierten Instrumentalbegleitung. Es stehen dem Gesang dabei zwei Posaunen (Bertl Mütter, Ray Anderson), Tuba und Sousaphon (Jon Sass, Matt Perrine), Trompete (Lew Soloff), Gitarre (Knut Jensen), Violinen (Darja Albiker, Laura Volkwein) und Viola (Angelika Yoo) zur Seite.

Die einerseits intonationsichere, anderseits ungeschliffen wirkende Stimme ist so nahe aufgenommen, das man glaubt, sie flüstere einem ins Ohr. Sie verführt den Hörer damit immer wieder, sich den witzig-koketten (englischen) Texten hinzugeben. Der Bogen wird da von Lyrik im Sprechgesang bis zu einer Trioversion mit Posaune und Tuba des Procol-Harum-Titels «A Whiter Shade of Pale» gespannt. (pb)

Erika Stucky: «Lovebites», Traumton 4470, http://www.erikastucky.com

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