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Filmmusik für ein Dutzend Cellisten

21.09.2004 — Ein gar schiefes, dafür treffendes Bild: Ohrwürmer, von oben bis unten neu eingekleidet. Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, Experimentierfreude mit Spieldisziplin vereinend, setzen sich vor die Leinwand und rücken ins Zentrum, was von den Zuschauern meist nur beiläufig aufgenommen wird: die Musik zum Film. Unterstützt von Freunden an Klarinette, Trompete, Perkussion, Bass und Harfe sowie einem Sänger zaubern sie mit Klängen Bilder und Szenen, Porträts und Stimmungen, führen Elegisches und Tragisches, Witziges und Trauriges, Liebe und Sehnsucht vor Ohr und inneres Auge.

Die Evergreens aus den Kompositionsstuben von Ennio Morricone, Nino Rota, John Williams, Herman Hupfeld, James Horner, Bernard Herrmann und manch anderen erinnern an die Filme «Gentlemen Prefer Blondes», «Basic Instinct», «C’era una volta il West», «La Strada», «Casablanca», «Vertigo», «Harry Potter and the Philosopher’s Stone», «Schindler’s List» und «Titanic», um nur einige zu nennen.

Die 12 Cellisten – sie sind seit 1972 eine verschworene Musizier-Gemeinschaft – gewinnen den aparten, erfindungsvoll instrumentierten Arrangements (die meisten stammen von Wilhelm Kaiser-Lindemann) eine Fülle an Farben und Stimmungen ab in vielseitigen Beleuchtungen und Schattierungen vom düster-fahlen Bassgrund bis zum ätherischen Höhenglanz, mit akustischen Finessen (etwa der phänomenalen Imitation der Mundharmonika), mit samtenen Kantilenen und filigran verwobenen Begleitmustern, mit Schmelz und Swing, mal solistisch, mal kammermusikalisch, mal orchestral.

Kurz: Ein ungetrübtes Vergnügen für die Verehrer der Zwölf, für Filmfans, nicht minder aber auch für Filmmuffel. (ws)

As Time Goes By. Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker. Musik aus 15 Filmen. (EMI Classics 7243 5 57789 2 5; 70’)

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