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Das Trio Nota Bene spielt russische Klaviertrios

11.12.2007 — «Ein äusserst edles Ensemble allerersten Ranges» sei es, meint der französische Komponist Henri Dutilleux. Die drei Walliser, der Pianist Lionel Monnet, der Cellist Xavier Pignat und der Geiger Julien Zufferey, haben sich am Konservatorium von Lausanne ihr musikalisches Rüstzeug erworben und sind zur Zeit daran, ihr Ensemblespiel in Paris beim Trio Wanderer zu vervollkommnen. Nachdem sie sich in der Welschschweiz bereits einen hervorragenden Namen geschaffen haben, schicken sie sich nun an, die grossen internationalen Bühnen zu erobern: Im April 2008 bietet sich ihnen die Gelegenheit, sich im Amsterdamer Concertgebouw zu empfehlen. Auf dem Programm stehen für das Rezital Werke von Rachmaninow, Schostakowitsch, Tscherepnin und Arenksy. Drei davon hat das Trio im Juli letzten Jahres im Studio Tibor Varga in Grimisuat bei Sion für das Label Claves bereits eingespielt.

In Sachen Repertoire am interessantesten ist auf der CD sicher Anton Stepanovich Arenskys Klaviertrio d-Moll op. 32. Es dürfte wenig bekannt sein, auch wenn es vom renommierten Beaux Arts Trio für Philips auf Platte eingespielt worden ist (dessen Pianist Menahem Pressler hat das Trio Nota Bene nota bene an einem Meisterkurs in Basel geschult). Arensky galt lange Zeit als Tschaikowsky-Epigone, hat aber durchaus zur eigenen Handschrift gefunden. Im d-Moll-Trio verneigt er sich einerseits vor der russischen Celloschule, dessen zeitgenössischem Exponenten Karl Davidov das Werk gewidmet ist, andererseits inspiriert er sich an Mendelssohn. Auffallend in dem Werk ist der trotz aller Melancholie sprühende Einfallsreichtum an musikantischen Spielformen und der überaus virtuos gehaltene Klavierpart. Letzterer gibt Lionel Monnet die Gelegenheit, seine instrumentalen Fertigkeiten im besten Lichte erscheinen zu lassen.

Das Rachmaninov-Trio ist ein einsätziger, rund viertelstündiger Torso in Sonatenhauptsatzform, der zwei Jahre vor dem Arensky-Trio als Jugendwerk verfasst worden ist. Er klingt mit einem klanglich kühnen Trauermotiv aus, das die Pranke des werdenden grossen Tonschöpfers erahnen lässt. Auch hier spielt das Klavier eine gewichtige Rolle, und auch hier zeigt sich Monnet als Herr aller Lagen.

Mit Schostakowitschs zweitem Klaviertrio schliesslich messen sich die drei Walliser an einer reichen Interpretationsgeschichte der ganz grossen Kammermusikliteratur des 20.Jahrhunderts. Das Trio empfiehlt sich dabei mit kompaktem Klang, forschem Zugriff und expressiver Feinarbeit als Ensemble mit hohem Potential. Wenn etwas an der Einspielung ein wenig zu irritieren vermag, dann höchstens die vermutlich ein bisschen zu nahe oder direkte Mikrofonierung der Violine. Sie lässt das Instrument eher trocken und körperlos klingen. (cf)

Trio Nota Bene: Rachmaninovs erstes Klaviertrio g-Moll, Arenskys Klaviertrio d-Moll op. 32, Schostakowitschs zweites Klaviertrio op. 67. 2007 Claves Records, Pully (Switzerland), claves 50-2720.

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