von Wolfgang Böhler
09.01.2015 -- Mit grosser Bestürzung habe auch ich den brutalen Überfall auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die sinnlose, barbarische Ermordung mutiger Journalisten, Polizisten, eines Raumpflegers und einer Psychoanalytikerin miterlebt. Die Tat trifft ins Mark und zwingt zu Überlegungen, was dies für uns Berufskollegen bedeutet. Es ist unbestritten: Man muss die Meinungsäusserungsfreiheit unbedingt verteidigen. Wie weit es möglich ist, tabubrechende, verstörende, verärgernde und repektlose Texte und Bilder zu veröffentlichen ‒ das ist und bleibt der Gradmesser für das Mass der Freiheit und Offenheit einer Gesellschaft. Konsequenzen haben darf satirische Schärfe höchstens in Form von Gerichtsfällen. Da wird die staatspolitische Verantwortung der rechtlichen Beurteilung dem Rechtsstaat übertragen. Die Attentate von Paris fordern deshalb zwei Grundpfeiler eines funktionierenden demokratischen Staatswesens heraus: die offene, tabufreie Debatte aller Aspekte des menschlichen Lebens und die Übertragung der Rechtssprechung und ‑durchsetzung an den demokratisch kontrollierten Staat. Beides sollte selbstverständlich sein.
08.01.2015 -- Der in Hamburg lebende Musiklehrer und promovierte Musikwissenschaftler Paul Riggenbach hat sich sein eigenes musikdidaktisches Universum inklusive eigenem Verlag geschaffen ‒ einen kompletten Lehrgang mit Bänden zur Notationslehre, zu Melodie, Rhythmus und Harmonie. Dabei verfolgt er originelle Wege, die sich von den Road Maps orthodoxer Pädagogiken in Klassik, Jazz oder Pop teils deutlich unterscheiden und ihre Stärken nicht zuletzt darin haben, dass sie diese Genregrenzen ignorieren. Seine eigene Lebensgeschichte mit Arbeiten in Variété und Zirkus, mit klassischen Orchestern (den Hamburger Symphonikern), Jazzern und Schlagersängerinnen haben haben ihm den weiten Horizont dazu geöffnet. In seiner «Harmonielehre» finden sich denn auch mit grösster Selbstverständlichkeit Erörterungen zu Guide Tone Lines und zum Verbot von Quintparallelen ganz selbstverständlich neben kundigen Analysen von Grönemeyer-, Adele- oder Beatles-Kompositionen.