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Ich bin Charlie ‒ was tue ich?

von Wolfgang Böhler

Porträt Wolfgang Böhler09.01.2015 -- Mit grosser Bestürzung habe auch ich den brutalen Überfall auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo und die sinnlose, barbarische Ermordung mutiger Journalisten, Polizisten, eines Raumpflegers und einer Psychoanalytikerin miterlebt. Die Tat trifft ins Mark und zwingt zu Überlegungen, was dies für uns Berufskollegen bedeutet. Es ist unbestritten: Man muss die Meinungsäusserungsfreiheit unbedingt verteidigen. Wie weit es möglich ist, tabubrechende, verstörende, verärgernde und repektlose Texte und Bilder zu veröffentlichen ‒ das ist und bleibt der Gradmesser für das Mass der Freiheit und Offenheit einer Gesellschaft. Konsequenzen haben darf satirische Schärfe höchstens in Form von Gerichtsfällen. Da wird die staatspolitische Verantwortung der rechtlichen Beurteilung dem Rechtsstaat übertragen. Die Attentate von Paris fordern deshalb zwei Grundpfeiler eines funktionierenden demokratischen Staatswesens heraus: die offene, tabufreie Debatte aller Aspekte des menschlichen Lebens und die Übertragung der Rechtssprechung und ‑durchsetzung an den demokratisch kontrollierten Staat. Beides sollte selbstverständlich sein.

Musik als «Sprache der Gefühle» auf dem Prüfstand

09.01.2015 -- Forscher der TU Berlin, der McGill Universität und der Université de Montréal sind mit Experimenten mit Pygmäen der Frage nachgegangen, ob emotionale Reaktionen auf Musik weltweit universell gleich sind. Die Resultate sind eher ernüchternd.

Thomas Larcher mit Stoeger Prize ausgezeichnet

09.01.2015 -- Der mit 25'000 Dollar dotierte Elise L. Stoeger Prize der Chamber Music Society des Lincoln Center New York geht 2014/2015 an den österreichischen Komponisten Thomas Larcher.

Paul Riggenbachs «Harmonie lernen»

Cover Buch08.01.2015 -- Der in Hamburg lebende Musiklehrer und promovierte Musikwissenschaftler Paul Riggenbach hat sich sein eigenes musikdidaktisches Universum inklusive eigenem Verlag geschaffen ‒ einen kompletten Lehrgang mit Bänden zur Notationslehre, zu Melodie, Rhythmus und Harmonie. Dabei verfolgt er originelle Wege, die sich von den Road Maps orthodoxer Pädagogiken in Klassik, Jazz oder Pop teils deutlich unterscheiden und ihre Stärken nicht zuletzt darin haben, dass sie diese Genregrenzen ignorieren. Seine eigene Lebensgeschichte mit Arbeiten in Variété und Zirkus, mit klassischen Orchestern (den Hamburger Symphonikern), Jazzern und Schlagersängerinnen haben haben ihm den weiten Horizont dazu geöffnet. In seiner «Harmonielehre» finden sich denn auch mit grösster Selbstverständlichkeit Erörterungen zu Guide Tone Lines und zum Verbot von Quintparallelen ganz selbstverständlich neben kundigen Analysen von Grönemeyer-, Adele- oder Beatles-Kompositionen.

Neue Erkenntnisse zum Absoluten Gehör

08.01.2015 -- Neuropsychologen der Universität Zürich (UZH) haben bei Absoluthörern eine enge funktionelle Kopplung zwischen dem Hörkortex im Gehirn und dem Stirnhirn festgestellt. Ein Befund, der nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch von Bedeutung ist.

Kavakos verklagt kalifornischen Geigenbauer

08.01.2015 --Der Geiger Leonidas Kavakos hat das kalifornische Geigenbau-Atelier Gevorkian Nazareth Violins eigeklagt, weil es seinen 65'000-Euro teuren Henry-Bogen bei einem Nachbesserungsversuch zerbrochen hat.

Eun Sun Kim von Ingrid zu Solms-Stiftung geehrt

08.01.2015 -- Die südkoreanische Dirigentin Eun Sun Kim, die momentan an der Oper Frankfurt tätig ist, wird mit dem mit 5000 Euro dotierten Kulturpreis der Ingrid zu Solms-Stiftung ausgezeichnet.

Konzertstatistiken des Jahres 2014

07.01.2015 -- Die Webseite Bachtrack hat ihre Statistiken zum Klassikbetrieb für 2014 veröffentlicht. Bei den Dirigenten zeichnet sich ein (zögerlicher) Generationenwechsel ab, Frauen sind nach wie vor praktisch abwesend. Das aktivste deutsche Orchester ist die Nordwestdeutsche Philharmonie.

Storgårds wird in Ottawa Principal Guest Conductor

07.01.2015 -- John Storgårds wird laut einer Mitteilung der Konzertdirektion Schmid Principal Guest Conductor des im kanadischen Ottawa beheimateten National Arts Centre Orchestra. Der Vertrag läuft vorerst über drei Jahre.

Erste Stradivari in privaten chinesischen Händen

07.01.2015 -- China erobert sich mehr und mehr Regionen der europäischen Klassik: Erstmals ist eine Stradivari in die Hände einer Privatperson des chinesischen Festlandes übergegangen. Es handelt sich um die General-Dupont-Stradivarius aus dem Jahr 1727.