von Wolfgang Böhler
25.07.2014 -- Wenden wir uns einer immer häufiger gestellten Frage zu: Gibt es heute zuviel Musik? Die Antwort ist etwas komplizierter, als man auf den ersten Blick meinen könnte, ist aber, selbst wenn man eine etwas weniger einfache Sicht der Welt hat, ebenso einfach (und richtig!): Nein. Nicht weniger ist mehr, wenn es um Musik geht, mehr ist mehr. Es kann gar nicht genug Musik geben. Betrachtet man die Dinge etwas differenzierter, muss man unterscheiden zwischen dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage und der Frage nach der experimentellen Vielfalt, die Musik lebendig erhält. Dazu muss zunächst ein fundamentales Missverständnis ausgeräumt werden: Musik ist keine Anhäufung von Dingen, die abgezählt werden können und deren Zahl mit der Menge der Nachfrage verglichen werden könnte, auch wenn das die Opus-Epoche der Musikgeschichte suggeriert. Musik ist ein Massenterminus wie Wasser, Rot, Nahrung oder Liebe.
