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Letzte Ruhestätten

23.10.2003 — Karl Amadeus Hartmann in München, Berlioz in Paris, Strawinsky in Venedig, Webern in Mittersill, Hindemith in La Chiésaz, Smetana in Prag: In Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, der Schweiz und Tschechien hat Peter Andreas, Werbeberater und Fotograf, insgesamt drei Dutzend Gräber berühmter Komponisten abgelichtet, unspektakulär im Blickwinkel, konventionell im Ausschnitt. Den Schwarzweiss-Aufnahmen beigegeben sind Texte, die um die letzten Dingen kreisen, Selbstzeugnisse, Würdigungen von Kollegen, Nachrufe, Gedichte, ausgewählt von Michael Fischer, Historiker und Theologe.

Jede Auswahl ist subjektiv, somit angreifbar, kann aber durch eine ganz persönliche Sicht besondere Qualität schaffen, sofern eine Grundidee konsequente Umsetzung erfährt. Nur ansatzweise ist dies in der Publikation «Gräber unsterblicher Komponisten» auszumachen, falls man von ihr ein vertieftes Eindringen in Themenkreise wie Musikergrabmäler, ihre Gestaltung in verschiedenen Kulturkreisen und Epochen, die Bedeutung ihrer Zeichen und Symbole oder einen kritisch reflektierenden Umgang mit Äusserungen von Komponisten zu Tod, Trauer, Vergänglichkeit und Nachruhm erwartet.

Eigene Wege geht Clemens Prokop, Musikwissenschaftler und Musikkritiker, in seinem Essay (eher einem Feature) «Zum Sterben schön» (Untertitel: «Den Tod vor Augen, schreiben Komponisten die anrührendsten Meisterwerke»), indem er Themen wie Requiem-Vertonungen, Oper, Lamento, Tombeaux antippt, dabei aber über Feststellungen der populären Art nicht hinauskommt. (ws)

Peter Andreas / Michael Fischer: Gräber unsterblicher Komponisten. Mit einem Essay von Clemens Prokop. Bärenreiter-Verlag, Kassel. 92 Seiten. € 24,95. Fr. 42.-

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