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Pädagogikliteratur von Breitkopf & Härtel

11.08.2006 — An Lehrwerken besteht in der Musikpädagogik wahrlich kein Mangel. Für alle Bedürfnisse, Neigungen und methodische Vorlieben findet sich in einem vielfältigen Angebot etwas. Da kann man sich die Frage stellen, ob man Lehrern und wissenshungrigen Autodidakten noch ein Lehrwerk mehr zumuten soll. Man soll, denn viele Lehrgänge tun des Guten zuviel, wenn sie den Schülern das Einüben elementarer Fähigkeiten der Gehörbildung und Formenlehre versüssen wollen und dabei kräftig in die Trickkisten von Erlebnispädagogik und Motivationstrainings greifen. Zu ihnen bietet Wieland Ziegenrückers «Praktische Musiklehre», ein auf drei Bände angelegter praktischer Lehrgang der Musik, eine schnörkellose, ja asketische, aber überaus effektive Alternative. Sie bietet im Wesentlichen ein schrittweise weiterführendes Training zu den Basisthemen des Notenlesens, der Melodik und der Rhythmik.

Der zur Zeit vorliegende erste Band tut keineswegs so, wie wenn das Erarbeiten elementarer musikalischer Fähigkeiten ein grosser, kreativer Spass wäre. «Aus Gründen der rasch wechselnden Aktualität» verzichtet es folgerichtig auch weitgehend auf Zitate aus der Popmusik. Knappe und wohl durchdachte Erläuterungen zu einem Thema münden in dem Lehrgang schnell in praktische Übungen, die mit Hilfe einer beigefügten CD im Selbststudium, aber auch im Einzelunterricht oder der Gruppe ausgeführt werden können. Bei den Melodiebeispielen handelt es sich (möglicherweise auch aus Gründen urheberrechtlicher Ökonomie) um die traditionellen folkloristischen Tänze und Lieder, die zahlreichen älteren Jahrgängen aus ihrer eigenen Schulzeit in lebhafter Erinnerung sein dürften und den Anfänger nicht überfordern. Wie Ziegenrücker in einem Nachwort an die Lehrer erläutert, bewegt sich die Melodik «in der Einheit von Singen, Hören und Erfinden im ersten Heft nur im Fünftonraum.» Die Erweiterung auf den Oktavraum soll im zweiten Band erfolgen.

Die «Elementarlehre Musik» von Dietmar Dagg, Walter Herchanhan, Justus Mahr und Albrecht Schmidt ist ein kleines, aber feines Büchlein, welches die elementaren Begriffe der Musiklehre in gedrängter Form zusammenstellt. Es kann im Musikunterricht der Grundstufe als Nachschlagewerk und Gedächtnisstütze dienen. Die nüchterne, ja asketische Form der Präsentation hat laut den Autoren System, denn sie «verzichtet darauf, eigene methodische Hilfen anzubieten», um das Büchlein «für alle Formen pädagogischer Vermittlung» einsetzbar zu halten.

Im A5-Format präsentiert die «Elementarlehre Musik» auf 40 Seiten das Wesentliche zu Klaviertastatur, Notation, Takt, Intervalle, Tonarten sowie den elementaren Begriffen der Akkord- und Harmonielehre, der Transposition und den Vortragsbezeichnungen. Die hintere Umschlagseite ist doppelt aufklappbar und enthüllt eine Grafik zu den Blockflötengriffen sowie eine Korrespondenz zwischen Klaviertasten und ihrer Tonhöhen im Notenbild. Ein Stichwortverzeichnis zu gut 150 Begriffen erleichtert das Auffinden von Erläuterungen. (cf)

Wieland Ziegenrücker: Praktische Musiklehre Das ABC der Musik in Unterricht und Selbstudium, Breitkopf&Härtel, BV 311 Heft 1 mit CD, ISBN 3-7651-0311-X, 120 Seiten. Bei Amazon kaufen

D. Dagg, W. Herchenhan, J. Mahr, A. Schmidt: Elementarlehre Musik, Breitkopf & Härtel, BV 316 ISBN 3-7651-0316-0, 40 Seiten. Bei Amazon kaufen

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