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Peter Gülke: Auftakte – Nachspiele

10.08.2007 — Nicht alle in der Welt der Musik heimischen Interpretinnen und Interpreten verfügen auch über die Gabe des Schreibens, vermögen ihre Arbeit, ihre Erfahrungen in Worte zu kleiden, zu reflektieren, neue Einsichten und Ansätze aus der musikalischen Praxis festzuhalten.

Einer von ihnen, der als Dirigent wie als Musikforscher und Autor Ansehen und Ruhm geniesst, ist Peter Gülke, 1934 in Weimar geboren. Einen Einblick in sein aussergewöhnlich breites Spektrum, das Schriften und Bücher über Künstler und Themen vom Mittelalter bis zur Gegenwart umfasst, gewährt die vorliegende Publikation, die auf 300 Seiten zwei Dutzend früher an diversen Orten veröffentlichte Arbeiten aus vier Jahrzehnten vereinigt.

Aufgegriffen sind darin Themen zu Fragen und Problemen der Komposition, der Interpretation und der Aufführungspraxis. In etlichen Beiträgen fasst Gülke Erlebnisse mit Dirigenten und ihrer Arbeit zusammen (von Bülow, Mahler, Toscanini, Abendroth, Furtwängler, Jochum, Karajan, Wand, Carlos Kleiber). Ungetrübtes anregendes Denk- und Lesevergnügen verschaffen des Autors kritische Reflexion nicht weniger als seine Kunst der präzisen Formulierung und des eloquenten Stils.

Delikatessen der speziellen Art sind die fünfzig eigens für diesen Band verfassten «Momentaufnahmen»: brillante Essays, schillernde Kleinode. (ws)

Peter Gülke: Auftakte – Nachspiele. Studien zur musikalischen Interpretation. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart / Bärenreiter-Verlag, Kassel 2006. 294 Seiten. € 39,95. Fr. 62.–.

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