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Musik-Konzepte: Klaus Huber

24.09.2007 — Musik ist ihm «etwas existentiell Notwendiges, wenn auch nicht direkt Nützliches». Das Zentrale seines Wirkens sei ein humanes Anliegen. Klaus Huber, 1924 in Bern geboren, zählt zu den am vielseitigsten inspirierten Komponisten der Gegenwart. Sein stilistisch offenes Schaffen verweigert sich einem Etikett; entsprechend schwierig gestaltet sich die Auseinandersetzung mit Hubers komplexem Œuvre, dessen Wurzeln in der mittelalterlichen wie in der seriellen Kompositionspraxis liegen, das politisches Engagement, mystisch-religiöse und polykulturelle Einflüsse verbindet.

An Information wie Interpretation reiche Annäherungen aus verschiedenen Seiten und unterschiedlichen Blickwinkeln versammelt der vorliegende Doppelband der Musik-Konzepte.

Max Nyffeler geht in seinem Beitrag «Umsturz und Umkehr» künstlerischen Konstanten zwischen Introspektion und politischem Engagement nach. Und mit Wolfgang Rihm führt er ein Gespräch über dessen Erfahrungen im Unterricht bei Klaus Huber.

Einzelne Werke analysieren Brian Ferneyhough («Moteti – Cantiones», 1963), Clytus Gottwald («Ñudo que ansí juntáis», 1984), Jörn Peter Hiekel («Erniedrigt – geknechtet – verlassen – verachtet …», 1983) und Martin Zenck (Oper «Schwarzerde», 2001).

Der Sozialwissenschaftler Dieter Senghaas geht in seinem Essay «Resistent zeitgemäß, nicht vergnüglich» politischen Aspekten in Hubers Werk nach, Kjell Keller befasst sich mit Impulsen aus dem Orient auf dessen Musikschaffen, Günter Kleinen erörtert die Ausweitung harmonischer Räume durch arabische Tonarten und Claus-Steffen Mahnkopf konzentriert sich in seinem Beitrag «Polykulturalität als Polyphonietypus» auf das Alterswerk Klaus Hubers.

Den Beschluss des Doppelbandes bilden die Abstracts, bibliografische Hinweise, die Zeittafel und die Kurzbiografien der Autoren. (ws)

Klaus Huber. Reihe Musik-Konzepte, Band 137/138. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. VIII/2007, edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München. 181 Seiten mit Abbildungen und Notenbeispielen. € 22,–. Fr. 37.–.

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