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Materialien zu Leben und Werk Frangis Ali-Sades

16.11.2007 — Rechtzeitig zum 60. Geburtstag Frangis-Ali Sades ist im Pfau-Verlag, der sich auf die Dokumentation zeitgenössischer Musik spezialisiert hat, eine Materialsammlung zum Wirken der aserbeidschanischen Komponistin erschienen. Zusammengestellt hat sie die Musikwissenschaftlerin Ulrike Patow, die vor allem auf Ali-Sades Bedeutung als «Vermittlerin zwischen Orient und Okzident» fokussiert. Tatsächlich handelt es sich um eine bunte, teils eher zufällig anmutende, aber detailreiche und nützliche Kompilation. Neben einer wenig verdichteten chronologisch aufzählenden Einführung Patows versammelt der Band Zitate aus Rezensionen und Interviews unterschiedlicher Qualität und Aussagekraft sowie die deutsche Übersetzung der Rede, welche die Komponistin 2002 am International Zermatt Symposium on Creativity, Economics, Arts and Sciences gehalten hat.

Die Zusammenstellung macht auch deutlich, wie eng die Verbindungen der Tonschöpferin zur Schweiz sind, vor allem über das Berner Ensemble La Strimpellata, den Basler Musiker Ivan Monighetti und Lucerne Festival, respektive die Internationalen Musikfestwochen Luzern, wie das Festival 1999, als Ali-Sade als Composer-in-Residence amtete, noch hiess. La Strimpellata und Monighetti waren zuvor − 1997 − nach Mersin in der Türkei gereist, wo Ali-Sade ihren Wohnsitz hatte, um in mehreren Konzerten ihren 50. Geburtstag zu feiern.

Anrührend liest sich ein Geleitwort Mstislaw Rostropowitschs. Es dürfte einer seiner letzten Texte sein und ist in dem Buch als Fotokopie auch in der russischen Originalversion abgebildet. In dem Text äussert der Cellist die Zuversicht, dass es zu einer weiteren Zusammenarbeit mit seiner aserbeidschanischen Landsmännin kommen werde, nachdem sie für den 8. Internationalen Rostropowitsch-Wettbewerb in Paris 2005 ein Stück geschrieben hat. Der Tod des Cellisten zu Beginn des Jahres hat diese Aussichten leider zerschlagen.

Sehr nützlich sind die zahlreichen, akribisch zusammengetragenen Materialsammlungen. Es handelt sich um chronologisch und nach Gattungen geordnete Werkverzeichnisse, eine tabellarische Chronologie von Lebens- und Aufführungsdaten, eine Bibliographie, eine Diskografie sowie Aufzählungen von Radio- und Fernsehsendungen über die Musikerin und Angaben zu ihrem pianistischen Repertoire und den von ihr realisierten Uraufführungen von Werken aserbeidschanischer Kollegen. (wb)

Ulrike Patow: Frangis Ali-Sade. Leben und Schaffen der aserbeidschanischen Komponistin und Pianistin − eine Dokumentation, Pfau-Verlag, Saarbrücken 2007. ISBN 978-3-89727-360-3. www.pfau-verlag.de

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