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Musik-Konzepte: Brian Ferneyhough

29.05.2008 — Er macht es weder seinen Interpreten noch den Zuhörenden leicht: Brian Ferneyhough, einer der Hauptvertreter der «New Complexity», stellt mit seinen Kompositionen höchste Anforderungen. Seit Mitte der Siebzigerjahre wächst die internationale Anerkennung des 1943 in Coventry (England) geborenen Musikers – 2007 wurde ihm der Ernst-von-Siemens-Musikpreis zuerkannt. Seit 2000 wirkt Ferneyhough als Professor in Music an der Stanford University.

Zwei der in diesem Musik-Konzepte-Band vereinigten Beiträge stammen von Brian Ferneyhough selbst: «Il Tempo della Figura» (1984) und «Parallele Universen» (Vortrag von 1993). Sie stehen in unmittelbarem Bezug zu den fünf Aufsätzen, die das zentrale Thema der «New Complexity» beleuchten.

Ferdinand Zehentreiter untersucht in «Jenseits des ,Alterns der neuen Musik’» ausdrucksästhetische Korrespondenzen zwischen Adorno, Lévi-Strauss und Ferneyhough. – In «Brian Ferneyhoughs Ästhetik der ,Figur’» geht Lois Fitch den Einflüssen von Gilles Deleuzes «Francis Bacon. Logique de la Sensation» auf des Komponisten Interpretation und Konzept der «Geste» und der «Figur» nach.

Ein Schlüsselwerk seines Lehrers, Ferneyhoughs «La terre est un homme» (1979) für grosses Orchester, interpretiert Claus-Steffen Mahnkopf. – Unter dem Titel «… die meisterliche Entfaltung von Schichtenaufbau und Perspektive …» legt Cordula Pätzold Organisationsstrukturen in Ferneyhoughs von Piranesi-Grafiken inspiriertem siebenteiligen Zyklus «Carceri d’Invenzione» frei. – 2004 kam in München Ferneyhoughs bisher einziges Musiktheaterwerk zur Uraufführung: «Shadowtime». Frieder Reininghaus analysiert es unter der Überschrift «Elaborierter Komplexismus».

Im Anhang des mit Illustrationen und zahlreichen Notenbeispielen bereicherten Bandes finden sich die Zeittafel zu Brian Ferneyhoughs Leben und Schaffen, die Abstracts, bibliografische Hinweise und die Kurzporträts der Autoren. (ws)

Brian Ferneyhough. Reihe Musik-Konzepte, Band 140. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. IV/2008, edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München. 110 Seiten mit Abbildungen und Notenbeispielen. € 18,–. Fr. 32.90.

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