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Musiker-Anekdoten

14.09.2009 — Zum Beispiel diese: Otto Klemperer unterbrach wütend die Orchesterprobe und rief: «Die zweite Trompete ist viel zu laut!» Der erste Trompeter rief zurück: «Entschuldigen Sie, die zweite Trompete ist noch gar nicht da!» Klemperer schlagfertig: «Dann richten Sie es ihm aus, wenn er eintrifft!»

Von Zornausbrüchen, Sticheleien, Witzeleien, Clownerien unter Musikmachenden und -liebhabern, von Rohraff, Hagel- und Fuchsschwanzregister, Heulern und Schweigern und vom Ochsen, der «kuckuck!» ruft, ist die Rede, vom irischen Harfner, Augen-Cembalo, Farbenklavier, dem Concerto für Conca und Streicher, von Klanginstrumenten wie Türklinken, Autohupen, einem Siphon in C, dem Sphärophon, dem Trautonium (die Ondes Martenon [Seite 40] sind korrekturbedürftig: Martenot), dem chromatischen Waschbottich in H – lauter überwiegend heitere Geschichten um Sängerinnen und Instrumentalisten, Experimentierfreudige, Aufnahmetechniker, um Praktiker und Unpraktische.

In zehn Kapiteln in einem gebundenen und mit Schutzumschlag versehenen Reclam-Bändchen haben Friederike C. Raderer und Rolf Wehmeier ältere und neuere Anekdoten, Begebenheiten und Skurrilitäten aus der Welt der sogenannten klassischen Musik versammelt und mit einem Personenregister versehen. Ein Taschenbüchlein zum Schmunzeln und – auch gut – zum Verschenken.

Noch dies: Albert Einstein entspannte sich gerne beim Violinspiel. Als Partner lud er immer wieder große Pianisten zu sich ein, so zum Beispiel Artur Schnabel. Der war sehr irritiert, nachdem er sich mit dem genialen Mathematiker und Physiker mehr schlecht als recht durch eine Mozartsonate gequält hatte. Schließlich platzte ihm der Kragen. Er rief: «Albert! Kannst du denn nicht bis vier zählen? Eins, zwei, drei, vier!» (ws)

Friederike C. Raderer / Rolf Wehmeier: Fortissimo. Musiker-Anekdoten. Reclam-Verlag, Stuttgart 2009. 96 Seiten. € 6.90. Fr. 13.50.

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