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Musik-Konzepte: Arthur Sullivan

04.04.2011 — Sein Name wird in der Regel zusammen mit dem eines anderen genannt: Gilbert and Sullivan – ein Label. In einem Vierteljahrhundert schufen der Dramatiker und Librettist William Schwenck Gilbert (1836–1911) und der Komponist Arthur Seymour Sullivan (1842–1900) gemeinsam 14 komische Opern in Rossinis und Offenbachs Nachfolge, die dem Duo Popularität und Ruhm in England und den USA eintrugen. Nach Meisterwerken wie «H.M.S. Pinafore», «The Pirates of Penzance», «The Mikado» und «Ruddigore» überwarfen sich die beiden 1896 wegen künstlerischen Fragen und gingen getrennte Wege.

Auf dem Kontinent führt der bedeutendste britische Komponist des 19. Jahrhunderts, der dem Musikleben seiner Heimat auch als Organist, Dirigent, Dozent, Musikschuldirektor, Festspielleiter und Musikforscher entscheidende Impulse verlieh, ein Randdasein. Band 151 der Musik-Konzepte öffnet nun den Blick auf Sullivans umfangreiches Schaffen, das Opern, Ballette, Bühnenmusiken, Lieder, Chor- und Orchesterwerke sowie Kammermusik umfasst.

Fünf namhafte Autoren der internationalen Sullivan-Forschung behandeln in ihren Beiträgen wesentliche, das einseitige Bild aufbrechende Aspekte zu Leben und Werk. Benedict Taylor widmet sich der Ästhetik, Richard Silverman Stilelementen von Sullivans Musik und deren Interpretation; Sullivan und seine Librettisten sind das Thema von David J. Edens Aufsatz; Anmerkungen zum Problem Sullivan in Europa und zur Rezeption seines Werks steuert Meinhard Saremba bei, und James Brooks Kuykendall geht anhand von Beispielen den Ideen des Musikdramatikers Sullivan nach.

Im Anhang finden sich die Abstracts, bibliografische Hinweise, Zeittafel und Kurzporträts der Autoren.

Zitat aus dem Buch:
«Sullivans Musik ist durchaus Unterhaltungsmusik, allerdings nicht in dem Sinn von U- im Gegensatz zu E-Musik, einer für das Verständnis fremden und wenig hilfreichen Kategorisierung, die undifferenziert von außen aufgezwungen wird. Letztlich ist Sullivans Musik bis zu einem gewissen Grad dann auch nicht ‚große Musik‘, da ihr diese Begrifflichkeit fremd ist: Sie ist auf keinen Fall ein Objekt quasi-religiöser säkularer Hingabe. Sie ist vielmehr organisierter Klang und Stille, wobei gekonnt Techniken früherer Komponisten genutzt und manchmal auch erweitert werden, was viele Zuhörer anspricht. Sie ist eine Kunst, die unterhält, bewegt, etwas Gehaltvolles mitteilt und Empathie erweckt.» (aus: «Der Musiker Arthur Sullivan – Ästhetik und Kontext» von Benedict Taylor, Seite 20)
(ws)

Arthur Sullivan. Reihe Musik-Konzepte, Band 151. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. II/2011, edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, München. 114 Seiten mit Abbildungen, Notenbeispielen und tabellarischen Aufstellungen. € 19,80. Fr. 29.90.

siehe auch:
Musik-Konzepte: Frederick Delius

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