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Bernd Alois Zimmermann: «Die Soldaten»

30.04.2008 — 1958 erteilte die Stadt Köln Bernd Alois Zimmermann den Auftrag zu einer Oper, die 1960 uraufgeführt werden sollte. Es kam jedoch erst 1965 dazu – nach 370 Einzelproben für die Darsteller, 100 Ensembleproben, 60 Bühnenproben, 25 Orchesterproben und 10 Durchlaufproben, 7 davon mit Orchester. Der immense Einsatz aller Beteiligten unter der musikalischen Leitung von Michael Gielen (Regie: Hans Neugebauer) widerlegte die behauptete Unspielbarkeit der multimedialen Oper, und gewonnen war eines der zentralen, der komplexesten Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts.

Bereits Ende Februar und Anfang März des Uraufführungsjahres 1965 nahm der Westdeutsche Rundfunk die Oper auf, im Kölner Funkhaus und als eigenständige Produktion. (1966 zeichnete der WDR «Die Soldaten» im Opernhaus fürs Fernsehen auf.) Die monaurale Studioeinspielung – wie die Bühnenfassung mit Veränderungen bzw. Kürzungen, die Zimmermann vornahm – erschien auf Langspielplatten im 1962 gegründeten Wergo-Verlag.

Nun, genau vier Jahrzehnte nach dieser editorischen Grosstat, legt Wergo im Rahmen der Edition Bernd Alois Zimmermann «Die Soldaten» in der konzertanten Form von 1965 auf zwei CDs auf. Das exemplarische Klangdokument ist von einem nicht weniger beispielhaften 192-seitigen illustrierten Booklet begleitet. Es enthält neben einem Beitrag zur Wiederveröffentlichung und einer von Zimmermann verfassten Synopse der Handlung die ausführliche Werkanalyse von Heinz Josef Herbort, die der Erstausgabe auf LP beigegeben worden war. Gleichfalls zweisprachig (Deutsch und Englisch) abgedruckt ist das Libretto samt den vom Komponisten eingefügten Regieanweisungen.

Bernd Alois Zimmermann arbeitete von 1957 bis 1965 mit Unterbrüchen an den «Soldaten». Seine Oper «Medea» (nach Hans Henny Jahnn) blieb Fragment. 1970, im Alter von 52 Jahren, hat er seinem Leben ein Ende gesetzt. (ws)

Bernd Alois Zimmermann: «Die Soldaten». Oper in vier Akten nach dem gleichnamigen Schauspiel (1776) von Jakob Michael Reinhold Lenz. Aufnahme der Uraufführungsproduktion, Köln 1965. Edith Gabry (Marie), Helga Jenckel (Charlotte), Liane Synek (Gräfin de la Roche), Anton de Ridder (Desportes), Claudio Nicolai (Stolzius), Zoltan Kelemen (Wesener) u. a. Gürzenich-Orchester Köln. Leitung: Michael Gielen. (Wergo WER 6698 2, mono; 2 CDs)

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