28.02.2011 — Mit «Tönet, ihr Pauken! Erschallet, Trompeten!» eröffnen Lucerne Chamber Brass, P. Theo Flury an der Orgel und Iwan Jenny an den Pauken ihre Einspielung mit überwiegend festlichen Werken aus dem Spätbarock. Und wie das Eingangsstück (Bach-Kantate 214 bzw. als Parodie der Eröffnungschor des Weihnachtsoratoriums), sind auch die folgenden neun Kompositionen allesamt Bearbeitungen.
Der Trompeter Basil Hubatka hat sie für das Blechbläser-Quintett Lucerne Chamber Brass verfertigt. Dabei zieht er, wo sinnvoll, auch eine Orgel und Pauken hinzu und ist so eng und unverkrampft wie möglich an den Originalen geblieben, beweist Geschmack und Einfühlung und sichert den Partituren kammermusikalisch transparente Faktur (in Vivaldis Sonata RV 20, in Händels Sonata op. 1, Nr. 9, und in den Contrapuncti aus Bachs Kunst der Fuge) oder auch orchestrales, von der grossen Orgel der Klosterkirche Einsiedeln unterstütztes Volumen (in der Sinfonia der Bach-Kantate 29, in Johann Valentin Rathgebers Concerto in Es-Dur für zwei Trompeten und abschliessend in einer viersätzigen Suite aus Händels «Messiah»). Wesentliche Impulse tragen der Einsiedler Stiftsorganist P. Theo Flury und der Perkussionist Iwan Jenny bei.
1999 an der Musikhochschule Luzern gegründet, zählt Lucerne Chamber Brass zu den profilierten, an nationalen und internationalen Wettbewerben erfolgreichen Schweizer Bläserensembles. Leichtigkeit des Ansatzes, Virtuosität, Ausdrucks- und Klangvielfalt stellen Martin Bieri und Basil Hubatka (Trompeten), Philipp Schulze (Horn), Pirmin Rohrer (Posaune) und Daniel Schädeli (Tuba) mit perfekt austariertem Ensemblespiel unter Beweis. – Wer wollte da päpstlicher sein als die um Adaption und Plagiat und Parodie nie verlegenen Barockmusiker, wer wälzte da noch Vor- und Nachteile von Bearbeitungen? (ws)
«Erschallet, Trompeten!» Werke von Vivaldi, Bach, Händel und Rathgeber. Lucerne Chamber Brass; P. Theo Flury, Orgel und Cembalo. Aufgenommen in der Klosterkirche Einsiedeln. (Animato ACD6124; 67’)