02.12.2013 — Nach seinen in über dreissig Alben dokumentierten Erkundungen der schweizerischen, französischen, deutschen, österreichischen und dänischen Orgellandschaft mit Dutzenden ihrer historischen Instrumente hat sich der Schweizer Organist Albert Bolliger nach Norwegen gewandt.
In der Uranienborg Kirche in Oslo war 1886 ein 24 Register umfassendes Instrument aus der Werkstatt August Nielsens in Betrieb genommen worden, das in späteren Jahrzehnten mehrfach modifiziert und auf 40 Stimmen gebracht worden ist. Mit einer Restauration und Erweiterung unter Verwendung des originalen neogotischen Gehäuses und alter Register wurde die Schweizer Orgelbaufirma Kuhn, Männedorf, beauftragt. Ihr 2009 eingeweihtes Instrument der deutsch-romantischen Orgeltradition verfügt über 56 Register auf drei Manualen, Altarwerk und Pedal.
02.12.2013 — Nach seinen in über dreissig Alben dokumentierten Erkundungen der schweizerischen, französischen, deutschen, österreichischen und dänischen Orgellandschaft mit Dutzenden ihrer historischen Instrumente hat sich der Schweizer Organist Albert Bolliger nach Norwegen gewandt.
In der Uranienborg Kirche in Oslo war 1886 ein 24 Register umfassendes Instrument aus der Werkstatt August Nielsens in Betrieb genommen worden, das in späteren Jahrzehnten mehrfach modifiziert und auf 40 Stimmen gebracht worden ist. Mit einer Restauration und Erweiterung unter Verwendung des originalen neogotischen Gehäuses und alter Register wurde die Schweizer Orgelbaufirma Kuhn, Männedorf, beauftragt. Ihr 2009 eingeweihtes Instrument der deutsch-romantischen Orgeltradition verfügt über 56 Register auf drei Manualen, Altarwerk und Pedal.
Albert Bolliger stellt das an Klangfarben reiche Instrument, das sowohl den ästhetischen Anforderungen der Barockmusik wie jenen der französischen Romantik gerecht wird, an ausgewählten Beispielen skandinavischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts vor, deren Orgelschaffen in unseren Breiten kaum bekannt ist.
Einen Akzent neben kürzeren Werken von Conrad Greve (Fuge in D), Niels W. Gade (zwei Choralvorspiele) und Jean Sibelius (Trauermusik) bilden einerseits die Kompositionen des 1927 geborenen Bjarne Slødegal (Variationen über ein norwegisches Volkslied) und des 1932 geborenen Bengt Granstam (Meditationen über alte Dalar-Melodien und Zwei Fäbod-Psalmen aus Dalarna), andrerseits die 29 kurzen Präludien op. 51 des Sinfonikers Carl Nielsen mit einer Wiedergabedauer von knapp einer halben Stunde und vier Stücke des 1952 verstorbenen Dänen Rued Langgaard (im Album irrtümlich Ranggaard genannt), einem Experimenten und Stilen offenen Einzelgänger, der über 400 Kompositionen hinterliess, darunter 16 Sinfonien.
Albert Bolliger bestätigt sich auch in diesen Einspielungen als Interpret, der aus gründlicher Kenntnis des Instruments und der Partituren sowie den akustischen Eigenheiten des Kirchenraums jedem einzelnen Werk charakteristische Ausstrahlung und emotionale Eleganz verleiht, klare Faktur und Transparenz verbindet mit differenzierter origineller Kombination der Register. Und wie durchwegs in den Sinus-Produktionen fordert das informative, farbig illustrierte Beiheft, das auch die Registrationen auflistet, Anerkennung. (ws)
Info:
Uranienborg Oslo. August Nielsen 1884. Kuhn 2009. Werke von Greve, Gade, Sibelius, Slødegal, Granstam und Langgaard. Albert Bolliger, Orgel. (Sinus 4007 SACD; 64’. Booklet dt., frz., engl.)