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Die Singphoniker: «…just songs!»

18.11.2011 — An seinen ersten offiziellen Auftritt vor Publikum – 1982 bestritten die zwei Jahre zuvor gegründeten Singphoniker ihr Premieren-Konzert mit einfach nur Liedern – erinnert das Münchner Männersextett mit einer CD unter dem augenzwinkernden Titel «…just songs!». Wer einige der bisher dreissig Einspielungen dieser Vokalvirtuosen kennt (die Besetzung hat sich nach und nach erneuert), weiss um die exzellenten stimmlichen und gestalterischen Qualitäten und um die stilistische Vielseitigkeit, dank der die Singphoniker Vokalwerke von der Gregorianik bis zu Jazz und Pop mit unnachahmlicher Souveränität, mit Enthusiasmus und untrüglichem Gespür für die Atmosphäre eines Werks zur Wirkung bringen.

In einem überlegt komponierten Programm unternimmt das Sextett – meist a cappella, gelegentlich unterstützt vom Piano – eine Reise durch Jahrhunderte rund um das Instrument Stimme. Die beiden Schwerpunkte: Madrigale der Renaissance (Clément Janequin, Andrea Gabrieli, Pierre Certon, Pierre de Manchicourt, Waelrant, Dowland, Morley, John Bennet) und (in Adaptionen) populäre Jazz-Standards und Popsongs der Gegenwart (darunter Kurt Weill, Richard Rogers, Meredith Willson, Antonio Carlos Jobim, Joseph Kosma, Peter Gabriel).

Und dazwischen – ohne aufgesetzte Effekthascherei – Stimmakrobatisches mit geschliffenem Mundwerk und geläufiger Gurgel in ausgefeilter Perfektion und brillanter Ausstrahlung, sei es in der Imitation von Begleitinstrumenten, sei es parodistisch in Rossinis Ouvertüre zu «Guillaume Tell» oder in Janequins kriegerisch-lautmalerischem Tongemälde «La Bataille de Marignan» (1515, in Marignano besiegt durch Frankreich, begruben die Schweizer ihre Grossmachtträume).

Krieg, Jagd und Liebe, Tränen und Sehnsucht, Frühling, Herbst und der süsse Schlaf des Vergessens: Mit englischen, französischen und italienischen Songs, Chansons und Madrigalen beweisen die Singphoniker, wie man aus einfach nur Liedern edle Juwelen der Vokalkunst gewinnen kann. (ws)

Die Singphoniker: «…just songs!» Markus Geitner (Countertenor), Daniel Schreiber und Henning Jensen (Tenor), Michael Mantaj (Bassbariton), Christian Schmidt (Bass), Berno Scharpf (Klavier). (Gutes Booklet dt./engl., doch ohne Übersetzung der Liedtexte. Oehms Classics / BR Klassik OC 801; 74’)

siehe auch: Die Singphoniker: «fragile»

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