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Jahrestagung 2007 der DGM: Musik und Identität

Ereignis-Rezension vom 27.09.2007

Mit Freunde habe ich in Ihrem Artikel über die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Musikpsychologie gelesen, wie ausführlich über die «Schützenhilfe» für Stumpfs Verschmelzungstheorie berichtet wird. Ein paar Ergänzungen scheinen mir dennoch nötig. Meine Überlegungen zur Verschmelzungstheorie basieren auf einem von mir selbst entworfenen mathematischen Modell, zu dem es keine Konzeption von Professor Jobst P. Frickes gab. Es gibt auch keine Modellrechnung von Fricke, wie der Artikel behauptet.

Das Modell habe ich in meinem Buch Verschmelzung und neuronale Autokorrelation als Grundlage einer Konsonanztheorie, Peter Lang Verlag Frankfurt 2007, veröffentlicht. Es benutzt Mittel der Fourieranalysis («generalized harmonic analysis») und beschreibt die Logik von Netzwerken, mit denen Neuronen des Mittelhirns die Tonhöhe bestimmen können. Diese Netzwerke sind 1981 von dem Darmstädter Neuroakustiker Langner entdeckt und später ausgiebig erforscht worden. Durch das mathematische Modell ist mir der logische Nachweis gelungen, dass sich Stumpfs Verschmelzungstheorie und die Arbeitsweise des Netzwerkes entsprechen. Konsonanz und Dissonanz haben damit ihre physiologische Ursache in der Arbeitsweise von Neuronenkreisen im Gehör.

Die Übereinstimmung des Modells mit Stumpfs Verschmelzungstheorie ist von mir erstmals im März 2006 in Kassel auf der Tagung eines Arbeitskreis in der Gesellschaft für Musikforschung gezeigt worden. Während der aktuellen Tagung in Giessen habe ich im Rahmen meines Vortrages zu Hindemiths Akkordlehre am Beispiel der «Allgemeinen Koinzidenzfunktion» für Zeitfenster von zwei mal 0,8 ms die Übereinstimmung des Modells mit Stumpfs Theorie nochmals demonstriert – nicht aber Fricke, wie der Artikel behauptet. Die Anwendung dieser Funktion auf Akkorde bei Hindemith bestätigt das mathematische Modell, zeigt aber, dass für kleinste Intervalle und Intervalle nahe um die Oktave herum neben der Verschmelzung auch die Rauhigkeitsempfindungen mit berücksichtigt werden müssen.

Diese Ergänzungen und Richtigstellungen zur Urheberschaft des Modells sind wegen wiederholter Übergriffe leider notwendig.

 
  Martin Ebeling
41065 Mönchengladbach

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