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Mitsuko Uchidas Clevelander Mozart-Projekt

11.02.2011 — Soeben hat sie in Chicago eine Mozart-Reihe mit dem Chicago Symphony Orchestra hinter sich gebracht – insgesamt acht Klavierkonzerte des Salzburger Meisters hat Mitsuko Uchida gespielt und das Orchester, dem Brauch Mozarts Zeit folgend, selber dirigiert. Eigentlich hätte sie dort auch noch unter der Leitung von Riccardo Muti das Schumann-Konzert geben sollen, ein Ohnmachtsanfall und daraus folgende Gesichtsverletzungen des italienischen Maestros haben dies allerdings verhindert – und so gab’s fürs Publikum am Michigansee halt noch einmal etwas mehr Mozart.

Mozart-Konzerte hat die japanische Pianistin auch mit dem Cleveland Orchestra dirigentenlos durchdekliniert. Diese Zusammenarbeit ist auf einer Reihe von CD des Label Decca dokumentiert. Die neueste Ausgabe umfasst die Konzerte Nr. 20, KV 466 und Nr. 27, KV 595. Sie beweist, dass sie nicht zu unrecht zu den grossen (und auch sehr erfahrenen) Mozart-Interpretinnen gehört.

Ob die Idee, das Projekt ohne Orchesterleiter mit einem grossen amerikanischen Sinfonieorchester zu realisieren, wirklich so gut war, muss allerdings bezweifelt werden. Über allgemeine interpretatorische Gemeinplätze hinaus findet das Ensemble nämlich nicht. Die sich offenbar eher selber überlassenen Streicher hangeln sich etwas ratlos durch die Partituren und agieren (zumindest im ersten Konzert) in Sachen Intonation und Spannkraft nicht immer, wie man es vom Register eines Orchester der obersten Liga erwarten dürfte. Das eigentlich nervös vibrierende Konzert Nr. 27 verliert sich etwas in klassizistischen Harmlosigkeiten.

Mitsuko Uchida – mittlerweile von der englischen Königin zur «Dame» befördert – weiss mit Mozarts Klavierparts allerdings einiges anzufangen. Sie zeigt Leichtigkeit in der improvisatorischen Anreicherung der langsamen Sätze und Spiellust im Umgang mit den Kadenzen. Mit einem genuinen Kammerorchester könnte ihr «Mozart-Projekt» möglicherweise besser aufgehen, als mit einem an Sinfonisches gewöhnten Vollensemble.

Siehe auch: Was Mozart und Haydn 1782 schrieben (cf)

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